19.01.2018, 12:25 Uhr

Chinas Solarwachstum puscht globale EE-Investitionen

London / New York - Die globalen Investitionen in erneuerbare Energien sind 2017 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Während die Investitionen in China aufgrund des PV-Ausbaus stark zulegen, verbucht Deutschland einen deutlichen Rückgang.

Die globalen Kernmärkte für erneuerbare Energien verschieben sich weiter. Profiteur dieser Entwicklung ist vor allem China, Europa verliert an Bedeutung. Das zeigt eine aktuelle Analyse von Bloomberg New Energy Finance (BNEF).

Europa verliert an Bedeutung

Nach einem Rückgang im Jahr 2016 um 18 Prozent sind die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien 2017 um 3 Prozent auf 333,5 Mrd. US-Dollar (USD) gestiegen (2016 revidiert: 324,6 Mrd. US-Dollar). Mit Investitionen von 132,6 Mrd. USD bleibt der chinesische Markt gestützt durch einen außerordentlich hohen PV-Zubau vor den USA mit 57 Mrd. USD das Maß aller Dinge. Etablierte Märkte büßen dagegen stark ein. Allen voran UK, das einen Einbruch der Investitionen von 56 Prozent auf 10,3 Mrd. USD verzeichnet. Mit einem Minus der Investitionen von 26 Prozent (14,6 Mrd. USD) liegt Deutschland auf dem Niveau von Gesamteuropa, das ebenfalls 26 Prozent der Investitionen einbüßt (57,4 Mrd. USD). Außerhalb von Europa verzeichnet der japanische Markt einen deutlichen Investitions-Rückgang um 16 Prozent auf 23,4 Mrd. USD.

PV-Anteil an Gesamtinvestitionen bei fast 50 Prozent

Der Großteil der Gesamtinvestitionen entfällt mit etwa 161 Mrd. USD auf die Solarenergie, was einem Anteil von knapp 50 Prozent entspricht. Der Sektor mit den zweitgrößten Investitionen ist mit 107,2 Mrd. USD (rd. 32 Prozent) die Windenergie. Darauf folgen Smart-Energy-Lösungen wie Smart Meter, Batteriespeicher und Elektrofahrzeuge mit 48,8 Mrd. USD (rd. 15 Prozent). Die verbleibenden rd. 17 Mrd. USD entfallen auf die Bioenergienutzung, kleine Wasserkraftanlagen und Meeres-Energie, Geothermieanlagen sowie Angebote zur CO2-Minderung.

BNEF-Chef Jon Moore misst dem Anstieg der weltweiten Gesamtinvestitionen in EE-Techniken eine hohe Bedeutung bei: Die Summe von 2017 sei umso wichtiger, wenn man bedenke, dass die Kapitalkosten für die führende Technologie, die Solarenergie, weiterhin stark sinken. Typische Photovoltaikanlagen im Endverbraucherbereich seien letztes Jahr um etwa 25% billiger als zwei Jahre zuvor gewesen, so Moore.

Über die Investitions-Erhebung von BNEF

BNEF erhebt seit 2004 jährlich die weltweiten Investitionen in die erneuerbaren Energien. Dabei werden neben Projekt-Investitionen auch Forschungsausgaben sowie Marktvorbereitungsmaßnahmen berücksichtigt. Entscheidend für die Investition ist das Datum der Investitionsentscheidung, nicht die Realisierung. Große Wasserkraftwerke über 50 MW sind nicht Teil der Betrachtung.

Quelle: IWR Online

© IWR, 2018