25.01.2018, 08:44 Uhr

Schleswig-Holstein setzt auf Offshore-Windenergie

Kiel – Die bereits in Betrieb genommenen Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee produzieren mit hohen Volllaststunden zuverlässig Windstrom. Auch die Kosten sind erheblich gesunken und sinken weiter. Schleswig-Holstein fordert den Bund dazu auf, die Ausbauziele zu erhöhen.

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein möchte vor dem Hintergrund des energie- und industriewirtschaftlichen Beitrags den Ausbau der Offshore-Windenergie über eine Bundesratsinitiative beschleunigen. Dabei soll auch das Tempo des Netzausbaus erhöht werden.

Neue Ausbauziele: 20.000 MW bis 2030 bzw. 30.000 MW bis 2035

Anfang Februar will die Landesregierung von Schleswig-Holstein eine Bundesratsinitiative für einen stärkeren Ausbau der Offshore-Windenergie einbringen. Ziel ist es, den bundesweiten Deckel für Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee auf mindestens 20.000 Megawatt (MW) bis 2030 und 30.000 MW bis 2035 zu erhöhen. Bislang liegt die Marke bei 15.000 MW bis 2030.

Die anfänglichen Probleme der fehlenden Netzanbindung und der hohen Produktionskosten hätten Branche und Netzbetreiber gelöst und das durch die Ausbaufortschritte der letzten Jahre bewiesen, so Energiewendeminister Robert Habeck. Die Offshore-Windenergie sei aus den Kinderschuhen raus und werde. Für die gesetzlich festgelegte Begrenzung gebe es damit keinen Grund mehr, so Habeck weiter.

Akzeptanz und Transparenz des Netzausbaus müssen verbessert werden

Die inzwischen etwa 20.000 Arbeitskräfte starke junge Branche trüge darüber hinaus erheblich zu Wohlstand und wirtschaftlichem Wachstum bei. „Die Offshore-Branche braucht eine langfristige Perspektive durch einen kontinuierlichen Ausbau im Heimatmarkt, um das Know-how, die Innovationskraft und die Kostensenkungspotentiale in Deutschland zu sichern“, betonte der Minister.

Mit einem stärkeren Ausbau der Offshore-Energie müssten zugleich die landseitigen Stromnetze weiter modernisiert und ausgebaut werden. „Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende ist der zügige Netzausbau. Auch die Windenergie auf See muss in die Verbrauchszentren im Süden Deutschlands gelangen können. Daher müssen die Anstrengungen verstärkt werden, Akzeptanz und Transparenz des Netzausbaus zu verbessern und den europäischen Netzausbau voranzubringen“, ergänzte Habeck.

Quelle: IWR Online

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