30.01.2018, 16:24 Uhr

Defekte Brennstäbe aus dem AKW Brunsbüttel sollen erforscht werden

Kiel - Defekte Brennstäbe aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel sollen jetzt in Schweden untersucht werden. Ziel ist es, Erkenntnisse für den Umgang und die Lagerung mit Defektstäben zu sammeln.

Der Betreiber des AKW Brunsbüttel Vattenfall plant, die 13 defekten Brennstäbe aus dem Reaktorbetrieb des Kernkraftwerks Brunsbüttel in einer kerntechnischen Einrichtung in Schweden (Studsvik Nuclear AB) erforschen zu lassen, um Erkenntnisse auf die Langzeitsicherheit in der Zwischenlagerung zu erhalten.

Schleswig-Holstein erteilt Genehmigung

Für das Vorhaben sind Genehmigungen verschiedener staatlicher Stellen erforderlich, auf deutscher Seite insbesondere solche des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE). Darüber hinaus ist das Energiewendeministerium Schleswig-Holstein als Aufsichtsbehörde für den Umgang mit den Brennstäben auf dem Anlagengelände zuständig, teilte das schleswig-holsteinische Ministerium mit. Auf Antrag von Vattenfall hat sie gestern (29. Januar 2018) die erforderlichen Zustimmungen erteilt worden, um die Brennstäbe für den Transport vorzubereiten. Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hat die Beförderungsgenehmigung bis Ende August 2018 befristet.

Defekte Brennstäbe werden "zerstörend" analysiert

Bei den 13 Defektstäben aus dem AKW Brunsbüttel handelt es sich um einzelne Brennstäbe, die im Laufe der Betriebszeit seit den 1970er Jahren wegen festgestellter Schäden aus dem zugehörigen Brennelement entnommen wurden. Diese Brennstäbe werden in dem Forschungsvorhaben "zerstörend" untersucht. Die radioaktiven Abfälle verbleiben anschließend bei der schwedischen Forschungseinrichtung, die auch die Verantwortung für die Entsorgung dieser Abfälle übernehmen wird. Mit Übernahme der Brennstäbe geht die nukleare Verantwortung von der Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks Brunsbüttel auf Studsvik Nuclear AB über.

Umgang mit Defektstäben: Erkenntnisse für andere Betreibergesellschaften

Grundsätzlich ist für Defektstäbe (die sich nicht mehr im Verbund eines Brennelements befinden) vorgesehen, dass diese in besonderen Gestellen ("Köchern") ebenfalls in Lagerbehälter eingebracht und wie die Brennelemente in den Standort-Zwischenlagern aufbewahrt werden. Die Erkenntnisse aus dem von Vattenfall initiierten Forschungsvorhaben könnten damit auch anderen Betreibergesellschaften zugutekommen, die defekte Stäbe zu lagern haben. Die Defektstäbe aus Brunsbüttel bieten sich für das Forschungsvorhaben besonders an, da es sich um unterschiedliche Fabrikate mit unterschiedlichen Arten von Defekten handelt.

Über das Atomkraftwerk Brunsbüttel

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel mit einer Leistung von 806 MW ging 1977 ans Netz und hat nach der Fukushima-Katastrophe 2011 die Berechtigung zum Leistungsbetrieb verloren. Seitdem befindet sich das AKW im Nachbetrieb. Die Betreibergesellschaft beantragte 2012 die Stilllegung und den Abbau. Bis auf diese 13 Defektstäbe befindet sich im Kernkraftwerk kein Kernbrennstoff mehr.

Quelle: IWR Online

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