06.02.2018, 13:36 Uhr

Strompreise am Spotmarkt geben im Januar nach

Münster – Die Entwicklung der Börsenstrompreise in Deutschland weist im Januar 2018 ein zweigeteiltes Bild auf. Während die Preise für Strom an den Spotmärkten leicht zurückgegangen sind, zieht der Terminmarkpreis für das Folgejahr deutlich an.

Grundlaststrom in Deutschland hat sich im Day-ahead-Handel der Strombörse im Januar 2018 im Vergleich zum Vormonat um etwa 4 Prozent verbilligt. In Frankreich und in der Schweiz gehen die Strompreise deutlich stärker zurück.

Spotmarkt-Strompreis sinkt im Dezember auf unter drei Cent pro kWh

Der mittlere Strompreis zur kurzfristigen Lieferung für Grundlaststrom in Deutschland beläuft sich im Januar 2018 im Day-ahead-Handel am Spotmarkt der Strombörse Epex Spot auf 2,95 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Damit ist der Preis gegenüber dem Vormonat um etwa 4 Prozent gefallen (Dezember 2017: 3,08 Cent/kWh).

In Frankreich und in der Schweiz sinken die Börsenstrompreise im Day-ahead-Handel deutlich stärker als in Deutschland. In Frankreich verbilligt sich Grundlaststrom im Januar 2018 um 38 Prozent auf 3,50 Cent / kWh (Dezember 2017: 5,68 Cent/kWh). In der Schweiz sinkt der Preis um 30 Prozent auf 4,38 Cent/kWh (Dezember 2017: 6,26 Cent/kWh).

Trotz des im Monatsvergleich prozentual geringeren Strompreisrückgangs bleibt Strom in Deutschland im Marktsegment Grundlaststrom gegenüber Frankreich und der Schweiz weiter am günstigsten.

Spitzenlaststrom drei Prozent günstiger

Der Preis für Spitzenlaststrom in Deutschland ist im Day-ahead-Handel auf Monatssicht ebenfalls leicht rückläufig. Mit 3,68 Cent / kWh liegt der mittlere Preis etwa 3 Prozent unter dem Dezemberwert (Dezember 2017: 3,80 Cent / kWh).

Ähnlich wie beim Grundlaststrom fällt der Preisrückgang auch beim Spitzenlaststrom in Frankreich und der Schweiz deutlich stärker aus als in Deutschland. In Frankreich verbilligt sich der mittlere Preis für Spitzenzlaststrom im Januar 2018 um 36 Prozent auf 4,15 Cent / kWh (Dezember 2017: 6,44 Cent / kWh). In der Schweiz fällt der Preis für Spitzenlaststrom um 30 Prozent auf 4,76 Cent / kWh (Dezember 2017: 6,85 Cent / kWh).

Im Ländervergleich bleibt auch der Strompreis für Spitzenlaststrom an der Börse in Deutschland damit weiter am billigsten.

Terminmarktpreise ziehen an

Bei den Terminmarktpreisen zeigt sich ein anderes Bild, hier steigen die Preise. Für Strom für die Lieferung im Folgejahr liegt der Preis im Januar 2018 im Mittel in Deutschland bei 4,48 Cent / kWh. Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2017 ist das ein Anstieg um 19 Prozent (Dezember 2017: 3,76 Cent / kWh). Verglichen mit dem Preis im Vorjahresmonat steigt der Strompreis am Terminmarkt sogar um 50 Prozent an (Januar 2017: 2,99 Cent / kWh).

Termin- und Spotmarkt an der Strombörse

Am Spotmarkt der Strombörse werden kurzfristige Stromkontingente gehandelt (selbiger Tag = Intraday, für den nächsten Tag = Day-ahead). Am Terminmarkt werden dagegen längerfristige Stromeinkäufe getätigt. Stromhändler und Großabnehmer können dort Strom zur Lieferung in den nächsten Jahren einkaufen.

Quelle: IWR Online

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