03.04.2018, 14:57 Uhr

Bundesnetzagentur legt erstmals Trassenkorridor für Stromleitung fest

Bonn - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat jetzt ihre Entscheidung über die Bundesfachplanung für die bundeslanddübergreifende 380-kV-Freileitung Bertikow – Pasewalk bekannt gegeben. Darin legt die Behörde erstmals den weiteren Planungskorridor für eine Stromtrasse fest.

Bei der geplanten 380-kV-Freileitung Bertikow – Pasewalk handelt es sich um ein länderüberschreitendes Vorhaben, das die beiden Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern im Nordosten betrifft, teils entlang der A20.

Festlegung des Trassenkorridors durch die BNetzA

Nach umfassender Prüfung der Bundesnetzagentur verläuft der etwa 1.000 m breite Trassenkorridor, in dem die Stromleitung später verlaufen muss, nun überwiegend gebündelt mit der Bundesautobahn 20. Nördlich des Umspannwerks Bertikow und südlich von Pasewalk orientiert sich der Trassenkorridor am Verlauf einer bestehenden 220-kV-Trasse, die später abgebaut wird. Damit ist das Vorhaben 11 bundesweit das erste, das nach dem Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) die Bundesfachplanung abschließen konnte.

Nächster Schritt: Planfeststellungsverfahren

Mit Abschluss dieser Bundesfachplanung ist der Planungsprozess noch nicht beendet. Die Bundesnetzagentur wird in einem Planfeststellungsverfahren auch den genauen Verlauf der Stromleitung innerhalb des Trassenkorridors bestimmen. Auch dies geschieht auf Antrag des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz. In diesem Verfahren findet eine weitere umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung statt.

Über die Stromleitung Bertikow-Pasewalk

Die geplante 380-kV-Freileitung Bertikow-Pasewalk hat eine Gesamtlänge von knapp 30 Kilometern, davon etwa 20 Kilometer im Leitungsabschnitt Brandenburg und 10 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern. Der Verlauf orientiert sich an der bestehenden 220-kV-Leitung aus den 1950er-Jahren, der 110-kV-Leitung und der Autobahn A20. Abweichungen von der alten Trasse sind möglich, um Abstände zu Siedlungen zu erhöhen oder bestehende Belastungen für den Naturraum zu verringern. Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern ist der Startpunkt der Leitung, die dann Richtung Süden über die brandenburgische Grenze nach Bertikow bei Prenzlau geführt wird. Nach Inbetriebnahme der 380-kV-Freileitung und einem angemessenen Probebetriebszeitraum wird die bestehende 220-kV-Leitung zurückgebaut.

Quelle: IWR Online

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