22.04.2022, 09:45 Uhr

KfW Research fordert mehr Tempo beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur


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Frankfurt - In den letzten beiden Jahren ist der Bestand an Elektroautos dreimal stärker gewachsen als die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte. Setzt sich dieser Trend fort, könnte dies nach Einschätzung von KfW Research für die Praxistauglichkeit der Elektromobilität zum Problem werden.

KfW Research hat in einer Sonderauswertung des KfW-Energiewendebarometers die Entwicklung des Netzes öffentliche Ladeinfrastrukturen in Deutschland und ihre Bedeutung für den weiteren Ausbau der Elektromobilität in Deutschland analysiert. Dabei zeigte sich, dass Privathaushalte mit Blick auf den Wechsel zu einem Elektrofahrzeug in Deutschland insbesondere Bedenken bezüglich der Ladeinfrastruktur haben. KfW Research fordert daher eine deutliche Beschleunigung des Ausbautempos öffentliche Ladepunkte.

Öffentliche Ladeinfrastruktur zentrales Argument für Umstieg auf Elektroautos

In allen Regionen Deutschlands ist der Wunsch nach mehr öffentlichen Lademöglichkeiten hoch. Im KfW-Energiewendebarometer 2021 gaben mehr als 50 Prozent der Haushalte an, sich die Anschaffung eines Elektroautos bislang aufgrund der unzureichenden öffentlichen Ladeinfrastruktur nicht vorstellen zu können. In kreisfreien Großstädten ist dies mit rund 56 Prozent sogar der meistgenannte Grund.

Der Staat muss deshalb einerseits den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur weiter vorantreiben. Dabei aber andererseits auch das Zusammenspiel mit privater Ladeinfrastruktur und die Überleitung zu einer stärker markt- bzw. bedarfsbasierten Bereitstellung der Ladeinfrastruktur im Blick behalten, so die Schlussfolgerung von KfW Research.

„Die Ladeinfrastruktur muss nun mit der dynamischen Entwicklung bei den Elektroautos Schritt halten, um den Umstieg auf die Elektromobilität attraktiv zu machen“, so Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Denn nur wenn die wachsenden Ladebedarfe erfüllt würden, könnten stärkere Anreize zum Umstieg auf die Elektrotechnologie gegeben und damit die gesetzten Klimaziele für den Verkehrssektor erreicht werden.

„Dabei die Balance zwischen den Bedürfnissen der Elektroautonutzer auf der einen und der notwendigen Rentabilität bzw. Kosteneffizienz auf der anderen Seite zu finden, wird entscheidend dafür sein, das ehrgeizige Ziel von 15 Millionen elektrisch betriebenen Fahrzeugen bis 2030 auch tatsächlich zu erreichen“, so Köhler-Geib weiter.

Ladepunkte werden insbesondere in Ballungsgebieten benötigt

In Deutschland erfolgte bislang ein tendenziell gleichmäßiger Ausbau der öffentlichen Ladepunkte. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass insbesondere Ladepunkte in dünn besiedelten Regionen nicht kostendeckend angeboten werden können, da diese verhältnismäßig wenig genutzt werden. In Ballungsgebieten sind hingegen bei einem weiteren Anstieg der Elektrofahrzeuge höhere Nutzungsraten zu erwarten. Öffentliche Ladepunkte werden daher insbesondere in dicht besiedelten Gebieten benötigt. In ländlichen Regionen können hingegen verstärkt private Ladepunkte genutzt werden. Dies erklärt sich unter anderem aus der Verfügbarkeit privater Stellplatzmöglichkeiten, wie die Ergebnisse des KfW-Energiewendebarometers 2021 zeigen. So gaben in kreisfreien Großstädten rund 19 Prozent der Haushalte mit Auto an, einen geeigneten eigenen Stellplatz nutzen zu können, während der Wert in ländlicheren Regionen mit 34 Prozent fast doppelt so hoch lag.

Quelle: IWR Online

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