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18.09.2017, 12:29 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Solarworld fährt Produktion hoch - Manager helfen am Fließband aus

Bonn/Münster – Der Solarworld-Neustart ist aus Sicht des Unternehmens gelungen. Die nach der Insolvenz der Solarworld AG neugegründete Solarworld Industries GmbH hat mit deutlich reduzierter Belegschaft alle Hände voll zu tun.

Solarworld Industries hatte die deutschen Fertigungsstätten der insolventen Solarworld AG sowie die Vertriebsgesellschaften in Europa, Asien und Afrika übernommen. Von ursprünglich über 1.700 Mitarbeitern in Deutschland sind 1.200 Beschäftigte in eine Transfergesellschaft überführt worden. Die verbliebenen gut 500 Mitarbeiter an den drei Standorten Arnstadt, Freiberg und Bonn können die Auftragslage nun kaum bewältigen.

Solarworld-Manager packen in der Produktion mit an
In einem Pressegespräch mit der Deutschen Presseagentur hat Solarworld-Unternehmenssprecher Milan Nitzschke über die aktuelle Entwicklung im letzten großen Solarkonzern Deutschlands und Europas informiert. Die Produktion laufe gut einen Monat nach dem Neustart auf Hochtouren. Man produziere aktuell rund 70.000 Solarzellen und 1.000 Module pro Tag. Jeder packe dabei mit an, da könne es sogar mal vorkommen, dass leitende Angestellte in der Fertigung am Band aushelfen, so Nitschke. Die Produktion solle weiter hochgefahren werden. Wie die FreiePresse berichtet, weist IG-Metall-Vertreter Joachim Breuer aber auch auf die Schattenseiten hin. Er wisse nicht, wie lange die Angestellten das hohe Pensum noch durchhalten. Zudem verlaufe die Weiterbildung und Weitervermittlung der Mitarbeiter in der Transfergesellschaft weniger dynamisch als gedacht.

Altes Produktionsniveau von 1.000 MW pro Jahr angepeilt
Solarworld hatte Mitte August 2017 angekündigt, zunächst mit einer Fertigungskapazität von 700 Megawatt (MW) pro Jahr zu starten. Dieses Poduktionsniveau solle dann auf die alte Kapazität von über 1.000 MW pro Jahr hochgefahren werden. Gesellschafter der neuen Solarworld Industries GmbH sind der Solarworld-Unternehmensgründer Frank Asbeck sowie die Qatar Solar Technologies, ein Tochterunternehmen der gemeinnützigen Qatar Foundation. Die neue Gesellschaft fokussiert sich im Unterschied zur Solarworld AG, die im Mai 2017 Insolvenz angemeldet hatte, ausschließlich auf die Herstellung von Photovoltaik-Zellen und Modulen. Damit hat Solarworld weitere Bereiche der solaren Wertschöpfung wie die Silizium-, Ingot- und Waferproduktion verlassen.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2017


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