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21.09.2017, 12:32 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Agora Energiewende prognostiziert sinkende EEG-Umlage

Berlin - Die Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) wird im Jahr 2018 voraussichtlich leicht sinken. Derzeit zahlen vor allem private Stromverbraucher und kleinere Gewerbekunden eine EEG-Umlage in Höhe von 6,880 Eurocent je verbrauchter Kilowattstunde.

Mitte Oktober 2017 werden die deutschen Übertragungsnetzbetreiber bekannt geben, welcher Umlagesatz im kommenden Jahr 2018 auf die Verbraucher zukommen wird. Im Vorfeld spekulieren Experten darüber, in welche Richtung es wohl gehen wird. Agora Energiewende, eine energiewirtschaftliches Institut und Beratungsunternehmen aus Berlin, rechnet eher mit einem leichten Rückgang der Umlage.

Agora: EEG-Umlage 2018 leicht runter, 2019 wieder rauf
Aus Sicht von Agora könnte die EEG-Umlage ab 2018 im Bereich von 6,6 bis 6,9 Cent pro Kilowattstunde (kWh) liegen. Zu diesem Ergebnis kommen die Fachleute auf Basis des aktualisierten EEG-Rechners. Dieser öffentlich verfügbare EEG-Rechner liefert für 2018 einen Wert von 6,74 Cent pro kWh, ist aber mit kleinen Prognoseunsicherheiten behaftet. Wegen dieser Unsicherheiten gibt Agora Energiewende stets eine Bandbreite für die künftige Umlage an. Für das Jahr 2019 prognostiziert der EEG-Rechner jedoch eine Steigerung der EEG-Umlage auf mehr als 7,5 Cent pro kWh. Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende, sieht Anpassungsbedarf: „Ein erheblicher Teil der EEG-Umlage besteht aus Kosten, die nicht über die Stromkunden getragen werden müssen – wie etwa die Industrieausnahmen oder die Technologieentwicklungskosten für Offshore-Windkraft und Solarenergie.“ Eine Reform der Abgaben und Umlagen auf Energie könne dies korrigieren und so den Beginn der Erntejahre der Energiewende von 2023 auf 2019 vorziehen, erklärte Graichen. Das sei eine zentrale Aufgabe der nächsten Bundesregierung.

Steigende Börsen-Strompreise und hoher Überschuss auf EEG-Konto lassen Umlage 2018 sinken
Sinken dürfte die EEG-Umlage laut Agora vor allem aus zwei Gründen: Zum einen werden die Strompreise im Großhandel im Jahr 2018 leicht steigen, darauf deuten aktuelle Future-Notierungen bereits hin. Dadurch sinkt die Differenz zwischen dem Marktpreis für Strom und den Einspeisetarifen für Strom aus erneuerbaren Energien. Die Differenz wird durch die EEG-Umlage ausgeglichen. Zum anderen haben die Übertragungsnetzbetreiber auf dem sogenannten EEG-Konto in diesem Jahr einen Überschuss von mehr als drei Milliarden Euro angehäuft, ein Großteil dieser sogenannten Liquiditätsrücklage könne im kommenden Jahr an die Stromverbraucher zurückgegeben werden. Gegenläufige Effekte liegen allerdings auch vor: So verschiebt sich nach einer Gesetzesänderung in diesem Jahr ein kleiner Teil der Einspeisetarife, der bislang aus den von den Stromverbrauchern gezahlten Entgelten für die Nutzung der Stromnetze finanziert wurde, in die EEG-Umlage. Zudem sorge der aktuell starke Ausbau der Windenergie für einen leichten Anstieg der EEG-Umlage, so Agora Energiewende.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2017


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