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02.09.2010
, 12:08 Uhr
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Potentiale der Windenergie – Windei oder Wachstumsbranche?

Münster - Die Windkraft ist ein Hauptbestandteil im Portfolio der erneuerbaren Energietechniken. In Deutschland beträgt die derzeit installierte Leistung nach Angaben des DEWI 26.387 MW. Das Potential der über 21.000 deutschen Windenergieanlagen reiche für über 40 Mrd. kWh pro Jahr, so der Verein „Haus der Technik“. Großes Wachstumspotential bestehe vor allem beim Repowering. Die Vorteile bestünden insbesondere in „der Steigerung des Stromertrages, der Entlastung des Landschaftsbildes, der Stärkung des Anwohnerschutzes und der verbesserten Netzintegration“. Laut dem ForWind Zentrum für Windenergieforschung arbeiten bundesweit ca. 100.000 Beschäftigte in der Windbranche. Diesbezüglich sei die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte und Projektmanager von hoher Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt auch das Haus der Technik.

Dennoch ging die neu installierte Leistung im ersten Halbjahr 2010 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum in Deutschland leicht zurück; sie betrug nach DEWI-Angaben ca. 659 MW. Die mit Abstand meisten Anlagen befänden sich momentan im Bundesland Niedersachsen, gefolgt von Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Dabei sei der Anteil der Anlagen im Leistungsbereich zwischen 2,1 und 2,9 MW um fast neun Prozentpunkte auf rund 27% gestiegen; der Hauptanteil liege jedoch weiterhin in der 2 MW-Klasse mit 56 Prozent. Im Allgemeinen lässt sich ein Exporttrend feststellen. Obgleich der deutsche Markt 2009 nur 6 Prozent des Weltmarktes ausgemacht habe, habe der Anteil deutscher Anlagenhersteller am globalen Umsatz mit 6,4 Mrd. Euro ganze 17,5 Prozent betragen, teilte der Bundesverband Wind Energie unlängst mit. Die entsprechende Exportquote wird mit 75 Prozent beziffert. Dabei lägen die Schlüsselmärkte abgesehen von Europa vor allem in Nordamerika und Asien.

Ende 2009 betrug die installierte Windkapazität laut dem Global Wind Energy Council (GWEC) in Europa 76.152 MW. Nordamerika habe mit 38.383 MW sogar leicht hinter Asien mit 39.610 MW gelegen. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die aufstrebende chinesische Wirtschaft zunehmend auf Windkraft setze: Mit 25.777 MW habe der Anteil Chinas am asiatischen Markt Ende 2009 gut 65 Prozent ausgemacht. Bei der neu installierten Kapazität habe China mit 13.803 MW sogar den bisherigen Weltranglistenersten USA überholt, dessen 9.996 MW jedoch immer noch für Platz zwei weit vor Spanien mit 2.459 MW gereicht hätten. Durch den Einbruch des US-Marktes infolge der Wirtschaftskrise werde der Windenergie-Weltmarkt 2010 von einem leichten Rückgang gekennzeichnet sein, so der Bundesverband Windenergie. Für 2011 sei aber wieder ein deutliches Wachstum zu erwarten. Die Entwicklungen auf dem Weltmarkt lassen auch die Bedeutung des deutschen Inlandsmarktes wieder in den Fokus treten. Nach Verzögerungen durch den strengen Winter stieg die Anzahl der neu installierten Anlagen einer DEWI-Statistik zufolge im Juni 2010 wieder deutlich. Entscheidende Weichenstellungen erhoffe sich die Branche vom Energiekonzept der Bundesregierung.

Neben dem Repowering gilt die Offshore-Windenergie als Zukunftsbranche. Die DEWI-Angabe zur Kapazität im ersten Halbjahr 2010 liegt bei 10 MW. Vier Offshore-Windparks sind derzeit bereits in deutschen Gewässern in Betrieb, 27 weitere sind genehmigt und 55 befinden sich im Genehmigungsverfahren – so geht es aus einer tabellarischen Zusammenstellung der Deutschen Energie-Agentur hervor. Allerdings kritisiert die Windenergie-Agentur WAB, die deutsche Bundesregierung verkenne das Potential des Offshore-Sektors. Die Szenarien für das Energiekonzept sähen höchstens einen Ausbau auf bis zu 17 GW bis zum Jahr 2030 vor, wohingegen 25 GW realistisch seien. Zudem habe sich die Bundesregierung ursprünglich selbst das Ziel von 25 GW gesteckt. Problematisch seien allgemein die Finanzierung, Genehmigung und Netzanbindung von Offshore-Windparks, abgesehen von technischen Herausforderungen durch die extremen Wetterbedingungen auf hoher See und möglichen Kollisionen mit Naturschutzinteressen, erläutert das Bundesumweltministerium.

Sicherlich besteht noch erheblicher Forschungsbedarf, speziell in den beiden Hauptwachstumssparten Repowering und Offshore. Doch mit Hilfe entsprechender Innovationen kann Deutschland einerseits seine eigene Energieversorgung und Binnennachfrage stabilisieren und andererseits seine starke Stellung auf dem Weltmarkt ausbauen. Gerade in Bezug auf die asiatischen Märkte gibt es sicherlich noch signifikante bislang unerschöpfte Potentiale.

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