14.07.2008, 15:35 Uhr

Sachsen-Anhalt führt auf dem Feld erneuerbarer Energien

Berlin - Ein Fünftel seines Energiebedarfs deckt Sachsen-Anhalt schon heute aus erneuerbaren Energiequellen – vor allem mit Windkraft, aber auch mit Bioenergie. Sachsen-Anhalt ist damit führend in Deutschland. Nicht nur beim Anbau nachwachsender Rohstoffe für Biomasse wie Raps, sondern auch bei deren Nutzung.

Bioethanol, Windenergie und mehr
Die erste Anlage zur industriellen Großproduktion von Bioethanol nahm 2004 in Zöbrig ihren Betrieb auf. Deutlich größere Anlagen sind in Planung. Bereits heute stehen 70 Prozent der Kapazitäten für Bioethanol in Deutschland und nahezu 50 Prozent für Biodiesel in Sachsen-Anhalt. Auch im Bereich Windenergie und Sonnenstrom liegt Sachsen-Anhalt weit vorne. Nur in zwei anderen Bundesländern hat der Windstrom einen höheren Anteil am Landesstrombedarf. Die Windverhältnisse für die mehr als 1.800 Windrotoren sind in Sachsen-Anhalt ähnlich günstig wie an der Nordseeküste. Sie können zwei Fünftel des Nettostromverbrauchs abdecken. Und auch bei der Herstellung von Windrädern verfügt Sachsen-Anhalt über Know-how. Ein schon zu DDR-Zeiten führendes Maschinenbauunternehmen in Magdeburg hält einen Marktanteil von zwei Fünfteln in Deutschland.

Sonnenenergie
Noch bedeutender hat sich Sachsen-Anhalt als Marktführer auf dem Feld der Sonnenenergie etabliert. Schon jetzt kommt jede zehnte Solarzelle weltweit aus Thalheim bei Wolfen. Das Unternehmen Q-Cells war im Jahr 2000 mit vier Mitarbeitern an den Start gegangen. Seither konnte die Firma ihren Umsatz fast in jedem Jahr verdoppeln. Q-Cells gilt heute bereits als weltweit zweitgrößter Hersteller für Solarzellen. Und das in einer Region, die nach dem Ende der überkommenen Chemieindustrie um Bitterfeld und Leuna zunächst vom Verfall geprägt war. Mit den 1.400 Beschäftigten mehrerer Unternehmen, die sich um Q-Cells scharen, ist Thalheim heute eines der großen Zentren europäischer Solarindustrie. Damit ist die Stadt zugleich ein "Leuchtturm" der Zukunft in den neuen Ländern. Im Jahr 2012 sollen im "Solar Valley" an die 10.000 Menschen beschäftigt sein. Die Region dürfte dann das weltgrößte Zentrum der Photovoltaik-Technologie sein.
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Quelle: iwr/14.07.2008/