18.10.2013, 08:13 Uhr

Schleswig-Holstein: 100 Haushalte investieren eine Million Euro in Bürgerleitung

Münster – Das Beteiligungsprojekt an der Westküstenleitung zwischen Niebüll und Husum in Schleswig-Holstein ist abgeschlossen.100 Haushalte aus der Region zeichneten die Bürgeranleihe, die der Netzbetreiber Tennet ausgegeben hatte. Das Gesamtvolumen von rund einer Million Euro liegt allerdings deutlich unter den ursprünglichen Planungen.

„Der Erfolg des Projekts bemisst sich für uns nicht in der Anzahl der gezeichneten Anleihen“, erklärte Lex Hartmann, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung, laut Pressemittteilung. Der Startschuss für die erste "Bürgerleitung", mit der Netzbetreiber und die Politik für mehr Akzeptanz bei den Bürgern werben wollen, war am 14. Juni 2013 gefallen. Am 30. September endete die Zeichnungsfrist für die Anwohner und Grundstückseigentümer der Landkreise Nordfriesland und Dithmarschen. Zuvor waren bereits 160.000 Haushalte in der Region angeschrieben worden.

Am Ende beteiligten sich 100 Haushalte, die zusammen eine Million Euro investierten. Theoretisch hätten sich die Bürger über die Anleihe mit maximal 15 Prozent an dem 210 Mio. Euro teuren Projekt beteiligen können – also 31,5 Mio. Euro. Es lockte eine Verzinsung von zunächst drei und später fünf Prozent bei der unbegrenzt laufenden Anleihe. Verbraucherschützer und Finanzexperten hatten das Modell in dieser Form kritisiert: Bei der Anleihe handele es sich um einen nachrangig zu bedienenden Kredit an Tennet und nicht um eine Beteiligung an der 380-Kilovolt-Leitung selbst.

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