28.11.2013, 15:49 Uhr

DIW zur Stromversorgung: Deutschland braucht keinen Kapazitätsmarkt

Berlin – In der Diskussion um die zukünftige Stromversorgung in Deutschland hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Stellung bezogen: Die Wissenschaftler lehnen den Vorschlag eines Kapazitätsmarktes, bei dem auch die reine Vorhaltung von Erzeugungskapazitäten belohnt wird, ab und befürworten stattdessen eine strategische Reserve.

Auch im druckfrischen Koalitionsvertrag ist von einem Kapazitätsmechanismus die Rede. Mittelfristig sei ein solcher Mechanismus unter dem Gesichtspunkt der Kosteneffizienz im Einklang mit europäischen Regelungen und unter Gewährleistung einer wettbewerblichen und technologieoffenen Lösung zu entwicklen. Derzeit verfüge man deutschlandweit aber über ausreichend Kraftwerke, stellen Union und SPD fest. Allerdings könne sich diese Situation bis zum Ende des Jahrzehntes ändern. In den vergangenen Monaten hat sich insbesondere die Energiewirtschaft immer wieder für die Einführung solcher Kapazitätsmärkte eingesetzt. Ihr Argument: Investititonen in flexible und effiziente neue Kraftwerkskapazitäten bleiben sonst aus, obwohl sie auf Dauer dringend benötigt würden.

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