16.12.2013, 11:39 Uhr

Offshore-Fundament im Windpark Dantysk ist neuer nördlichster „Landpunkt“ Deutschlands

Hamburg, München – Der Offhore-Windpark Dantysk von Vattenfall und den Stadtwerken München hat mit der Errichtung von insgesamt 80 Stahlfundamenten einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Besonderheit bei der Errichtung der Fundamente ist die Schaffung eines neuen nördlichsten „Landpunkts“ in Deutschland.

Wer im Windparkfeld auf dem Fundament mit dem technischen Namen „DT-22“ steht, befindet sich demnach auf dem nördlichsten Punkt Deustchlands, ohne nasse Füße zu bekommen. Innerhalb der Landesgrenzen kann man sich derzeit nur im Wasser weiter nach Norden bewegen. Die Koordinaten lauten: 55°14'04.43" N und 7°10'13.68" E. Allerdings ist diese einmalige geografische Position möglicherweise nicht von Dauer. Der nördlichste "Landpunkt" könnte sich erneut verschieben, wenn zukünftig Projekte im Offshore-Feld Dolwin realisiert werden, so ein Sprecher von Vattenfall gegenüber IWR-Online.

Der Nordsee-Windpark Dantysk entsteht auf einer Fläche von 70 Quadratkilometern (rund 7.000 Fußballfelder), verfügt über eine installierte Leistung von 288 Megawatt (MW) und wird Strom erzeugen, der dem Verbrauch von bis zu 400.000 Haushalten entspricht.

Schallschutz für Schweinswale durch Luftblasen

Die bis zu 65 Meter langen und bis zu 950 Tonnen schweren, zylindrischen Stahlfundamente für Dantysk wurden mit Hilfe eines speziellen Hammers im Meeresboden verankert. Um die lärmempfindlichen Schweinswale zu schützen, kamen während der jeweils rund 90 Minuten dauernden Rammvorgänge spezielle, neu entwickelte Technologien zur Schallminderung zum Einsatz. Hier wurde ein sogenannter großer Blasenschleier mit bis zu drei Ringen aus Luftblasen vor Baubeginn um die Fundamente gelegt. Diese Luftblasen können die Schallemissionen auf bis zu zehn Prozent des Ursprungswertes mindern. Die Kosten für den Schallschutz liegen in zweistelliger Millionenhöhe. Begleitet werden die Installationsarbeiten von der dänischen Universität Aarhus.

Keine Schäden durch Herbststürme Christian und Xaver

In den vergangenen Wochen kamen die Bauarbeiten aufgrund einsetzender Herbststürme langsamer voran. Bereits während des ersten Sturmtiefs „Christian“ Ende Oktober wurden auf dem Installationsschiff „Seafox 5“ Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern gemessen, bei Wellenhöhen von knapp 10 Metern. Während des Sturmtiefs „Xaver“ überstanden die Fundamente Wellenhöhen von fast 16 Metern, ohne Schaden zu nehmen.

München forciert Ökostrom-Ausbau

Bei Dantysk, dem Joint Venture des Energieversorgers Vattenfall und der Stadtwerke München, ist die Inbetriebnahme des Windparks im Herbst 2014 geplant. Dann sollen die 80 Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 288 MW ans Netz gehen. Beide Partner wollen auch zukünftig verstärkt in erneuerbare Energien investieren. Die Stadtwerke München wollen bis 2025 so viel Ökostrom in eigenen Anlagen erzeugen wie ganz München verbraucht, dies sind ca. 7,5 Milliarden Kilowattstunden. München wird damit weltweit die erste Millionenstadt sein, die dieses Ziel erreicht.

Weitere Nachrichten und Informationen:


© IWR, 2013