29.06.2015, 13:39 Uhr

RENIXX und DAX erholen sich langsam nach Griechenland-Schock: Goldwind Schlusslicht - Nordex schwach

Münster – Die Aktienkurse der RENIXX- und DAX-Unternehmen sind im Börsenhandel am Montagmorgen teilweise heftig eingeknickt. Der RENIXX World für regenerative Energien weltweit war in der Spitze um 2,3 Prozent, der deutsche DAX sogar um bis zu 5,8 Prozent abgerutscht. Doch inzwischen hat ein wenig Erholung nach dem ersten Schock um die jüngste Entwicklung in der griechischen Schuldenfrage eingesetzt. Zudem geht es aber auch an den chinesischen Aktienmärkten weiter kräftig abwärts.

Für den RENIXX steht gegen Mittag noch ein Minus von 1,7 Prozent auf 530,68 Punkte zu Buche. Der DAX hat die Verluste auf "nur" noch 3,8 Prozent bei 11.087 Punkten reduziert. Eine Einigung im griechischen Schuldenstreit ist in den vergangenen Tagen immer unwahrscheinlicher geworden. Nun sollen die Griechen in einem Referendum über das Angebot der Gläubiger entscheiden. Vor diesem Hintergrund ist der Eurokurs um 1,4 Prozent auf 1,112 US-Dollar geklettert. Der Goldpreis hat sich heute bislang leicht um 0,2 Prozent auf 1.177 US-Dollar je Feinunze verbilligt.

Goldwind-Aktie ist RENIXX-Schlusslicht

Größter Verlierer im RENIXX ist das Wertpapier des chinesischen Windenergieanlagen-Hersteller Goldwind (-7,8 Prozent, 1,73 Euro). An den Märkten in China konnte die Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbank den Kursverfall nicht stoppen. Der Shanghai Composite fällt um weitere 3,5 Prozent zurück. Auch im RENIXX zählen mit GCL-Poly Energy (-6,4 Prozent, 0,189 Euro), China High Speed Transmission (-6,3 Prozent, 0,711 Euro) oder China Singyes (-6,7 Prozent, 1,08 Euro) weitere Titel aus China bzw. Taiwan zu den größten Verlierern. Nordex-Titel aus Deutschland fallen um 2,8 Prozent auf 21,69 Euro.

K+S einziger DAX-Gewinner

Im DAX verlieren insbesondere die Banken-Titel an Wert. Deutsche Bank fallen um 5,8 Prozent auf 27,20 Euro, Commerzbank verbilligen sich um 4,4 Prozent auf 11,59 Euro. Die einizge DAX-Aktie, die überhaupt zulegt, ist die des Düngemittel- und Salz-Spezialisten K+S aus Kassel (+1,2 Prozent, 36,99 Euro). Der kanadische Düngemittelhersteller Potash will Medienberichten zufolge K+S für mehr als 40 Euro je Aktie übernehmen.

Ölpreise fallen durch Griechenlandkrise

Die Preise für Rohöl sind laut Medienberichten nun auch von der Griechenland-Krise betroffen. Am Montagvormittag hat sich Rohöl stark verbilligt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI gibt um 2,3 Prozent auf etwa 58,20 US-Dollar nach und ein Fass der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 2,5 Prozent auf rund 61,60 US-Dollar. Der Heizölpreis notiert bei 63,6 Cent je Liter und hat sich somit seit Freitag um 0,3 Prozent verteuert (inkl. MWSt, bei Abnahme von 3.000 Litern). An den Tankstellen in Deutschland kostete ein Liter Diesel gestern im Bundesdurchschnitt 1,22 Euro. Der Preis für Superbenzin (E10) notierte bei 1,45 Euro je Liter.

Strompreise driften zum Wochenbeginn wieder auseinander

Die Börsenpreise für Strom zur Lieferung am morgigen Dienstag bewegen sich im Day-ahead-Handel zu Wochenbeginn wie bereits in der letzten Woche uneinheitlich. Der Strompreis im deutschen Marktgebiet fällt um 1,6 Prozent auf 3,56 Cent je Kilowattstunde (kWh), der Preis in Frankreich verteuert sich hingegen auf 3,95 Cent die kWh (+4,6 Prozent). Französischer Strom kostet somit etwa elf Prozent mehr als der deutsche Strom. Der Preis für ein Zertifikat, welches zur Emission einer Tonne CO2 in der EU berechtigt, verbilligt sich gegenüber dem Schlusskurs vom letzten Freitag um knapp zwei Prozent auf 7,4 Euro.

Sonnenstrom-Anlagen liefern Strom mit 21.000 MW Leistung

Die Photovoltaikanlagen liefern zur verbrauchsstarken Mittagszeit Strom mit einer Leistung von ungefähr 21.000 Megawatt (MW). Die Windenergie steuert nochmals 1.700 MW bei, so dass diese beiden erneuerbaren Energien gemeinsam knapp 22.700 MW Leistung zur Mittagszeit bereitstellen. Damit decken diese erneuerbaren Energien zusammen 34 Prozent der Spitzenlast. Die konventionellen Kraftwerke liefern zur gleichen Zeit Strom mit einer Leistung von 44.600 MW. Die Daten der EEX beziehen sich dabei nur auf Kraftwerke ab einer Größe von 100 MW.

Quelle: IWR Online

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