08.12.2015, 14:35 Uhr

Bund und Bayern einigen sich auf Castor-Rücknahme

Berlin - Der Bund und Bayern haben sich geeinigt. Die Rückführung der radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und Großbritannien werden als gesamtstaatliche Aufgabe betrachtet. Auch in Bayern werden jetzt Castorbehälter eingelagert.
Die Einigung zwischen dem Bund und dem Freistaat Bayern hat zur Folge, dass ein Teil der 26 Castorbehälter im Standortzwischenlager Isar eingelagert wird.
Castor-Behälter auf vier Zwischenlager verteilt
Das Bundesumweltministerium und die Energieversorgungsunternehmen (EVU) hatten sich im Juni auf gemeinsame Eckpunkte für die Rückführung der Castor-Behälter mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und England verständigt. Das Konzept sieht vor, dass die 26 Castor-Behälter auf insgesamt vier Zwischenlager verteilt werden sollen. Nachdem bereits Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen zugesagt hatten, ebenfalls einen Teil der Castoren zu übernehmen, kann das Konzept nunmehr umgesetzt werden.
Rückführung der Castoren wird nun zügig umgesetzt
In einer von beiden Seiten unterzeichneten Erklärung bekräftigen das Bundesumweltministerium und Bayern, dass das von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgelegte Konzept für die Rückführung nunmehr durch die Energieversorgungsunternehmen konsequent umgesetzt werden soll.
Darin ist vorgesehen, dass im Standortzwischenlager Philippsburg in Baden-Württemberg die fünf Behälter mit verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in La Hague/Frankreich aufbewahrt werden sollen. Auf die Zwischenlager an den Standorten Biblis (Hessen), Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Isar (Bayern) sollen jeweils 7 Castoren mit verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Sellafield/Großbritannien verteilt werden.
Die Rückführung soll entsprechend der Vertragslage der deutschen EVU mit den ausländischen Wiederaufarbeitungsunternehmen sukzessive erfolgen. 2017 ist zunächst der Transport der fünf Behälter aus Frankreich geplant, ab 2018 bis 2020 sollen drei Transporte aus Großbritannien erfolgen. Die Anträge auf Transport und Einlagerung der Castor-Behälter müssen die EVU stellen. Die Genehmigungsverfahren laufen beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
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