16.01.2019, 10:17 Uhr

Auch schwere Schneelasten für Solarmodule unbedenklich

Bad Staffelstein – Das aktuelle Winterwetter in Süddeutschland und Österreich treibt Haus- und Gebäudebesitzern aufgrund hoher Schneelasten auf den Dächern die Sorgenfalten auf die Stirn. Davon betroffen sind auch zahlreiche Betreiber von Solaranlagen.

Auch dicke Schneeschichten machen Solarmodulen nichts aus, sofern die Last gleichmäßig verteilt ist. Solaranlagen können zudem durch die Wahl des Montagesystems sowie vergleichsweise einfache technische Hilfsmittel, die nachgerüstet werden können, geschützt werden.

Gleichmäßige Verteilung der Schneelast entscheidend

Die IBC Solar AG gibt hinsichtlich der Belastbarkeit der Solarmodule durch hohe Schneelasten eine Teilentwarnung. Das Systemhaus für Photovoltaik (PV) und Energiespeicher aus Bad Staffelstein weist darauf hin, dass Schneelasten auf Solarmodulen unbedenklich sind und der Schnee liegen bleiben kann, solange die Statik des Daches nicht gefährdet ist. Auch dicke Schneeschichten machen einem Modul nichts aus, wenn die Last gleichmäßig verteilt ist, so IBC Solar.

Marktübliche Solarmodule halten einem Druck von bis zu 2400 bis 5400 Pascal (Pa) stand, ohne Schaden zu nehmen. Das entspricht 240 bis 540 Kilogramm pro Quadratmeter. Das Gewicht von Schnee ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. So wiegen zehn Zentimeter Pulverschnee etwa zehn Kilo pro Quadratmeter (kg/qm), das entspricht einer Drucklast von 98 Pa. Nasser Schnee kommt bereits auf 40 kg bzw. 392 Pa. Gefriert der nasse Schnee, erhöht sich die Last auf über 90 kg oder 882 Pa. Versuche in Kältecontainern haben außerdem gezeigt, dass auch starke Vereisungen kein Problem für die Module sind.

Dächer nur von Fachpersonal von Schnee räumen lassen

Kritisch kann es bei großen Flachdächern werden. Wenn die Traglastreserve des Gebäudes ausgereizt oder gar überschritten ist, wird es Zeit, den Schnee entfernen zu lassen. Wichtig sei, dass sowohl auf Flach- als auch Steildächern ausschließlich geschulte Experten zum Einsatz kommen, die sowohl auf die eigene Sicherheit achten als auch darauf, Solaranlage und Dach nicht zu beschädigen.

Montagesysteme und technische Verstärkungen gegen hohe Schneelasten

Um kritische Situationen im Winter zu vermeiden, empfiehlt IBC Solar zudem, dass Solaranlagenbetreiber von vornherein auf ein Montagesystem setzen, die mit nur wenig Ballast installiert werden. So bleibt dem Gebäude eine größere Traglastreserve für zusätzliche Schneeauflagen. Für schneereiche Gebiete empfehlen sich zudem Module, die einem deutlich höheren Gewicht standhalten. Des Weiteren hat das PV Systemhaus vergleichsweise einfache technische Hilfsmittel zur Verstärkung von Solarmodulen im Angebot, die auch als Nachrüstung installiert werden können.

Quelle: IWR Online

© IWR, 2019