28.03.2019, 14:47 Uhr

Biokraftstoffindustrie kritisiert Ergebnisse der Verkehrskommission

Berlin - Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) kritisiert die erzielten Ergebnisse der Verkehrskommission. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Blockadehaltung der Umweltorganisationen, die eine Nutzung von Biokraftstoffen ablehnen.

Trotz des Ausbaus der Elektromobilität werden auch im Jahr 2030 noch viele fossil betriebene Fahrzeuge auf den Straßen in Deutschland unterwegs sein. Der Einsatz von Biokraftstoffen könnte zur CO2-Minderung beitragen, doch die Umweltorganisationen sind dagegen. Die alte Tank Teller Diskussion lebt wieder auf.

Biotreibstoffe sparen derzeit 7,7 Millionen Tonnen CO2 jährlich ein

Biodiesel und Bioethanol stellen derzeit etwa 90 Prozent der Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor und sparen nach Angaben der Bundesregierung jährlich rund 7,7 Millionen Tonnen CO2 ein. Selbst wenn Deutschland die Ziele der Verkehrskommission für Elektromobilität erreicht, werden im Jahr 2030 hierzulande noch über 40 Millionen Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor fahren, teilte der BDO mit.

Biokraftstoffverband beklagt Blockadehaltung der Umweltorganisationen

Auch die fossil betriebenen Fahrzeuge müssten 2030 weniger Treibhausgase ausstoßen, damit die Klimaziele überhaupt erreicht werden. „Wer nur 10 Millionen Elektroautos fördern will, aber keine Idee für die über 40 Millionen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor hat, hat sich von den Klimazielen im Verkehr geistig verabschiedet“, sagt Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB. „Ohne einen Beitrag zur Treibhausgasreduzierung der Kraftstoffe ist bereits heute das Verfehlen der Klimaziele eingeplant. Trotz des offenkundigen Nutzens von Biokraftstoffen für Klimaschutz, Landwirtschaft und Arbeitsplätze wollen Umweltorganisationen aus ideologischer Verblendung auf sie verzichten.“ Zwar begrüßt der Verband die geplanten Maßnahmen wie die Vergünstigung von Bahnfahrkarten und den Ausbau des Radverkehrs, diese würden aber bei weitem nicht ausreichen.

2030 müssen laut Bundesregierung 20 Prozent der Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien stammen

Um die Emissionen im Fahrzeugbestand zu senken und die Klimaschutzziele zu erreichen, müssten nach den Berechnungen der Energiereferenzprognose der Bundesregierung im Jahr 2030 rund 20 Prozent des Kraftstoffs aus Erneuerbaren Energien stammen, argumentiert der BDO. Dies sei möglich, wenn der Ausbau von strombasierten Kraftstoffen stark zunimmt, so dass sie rund zehn Prozent der Energie im Verkehrssektor stellen. Strombasierte Kraftstoffe sind jedoch derzeit noch nicht im Markt vertreten. Biokraftstoffe, Biokraftstoffe aus Abfall- und Reststoffen sowie aus Anbaubiomasse können in jedem Fall einen Anteil von ebenfalls rund zehn Prozent erreichen, so der Verband. „Klimaschutz im Verkehr bedeutet, alle nachhaltigen Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer Senkung des CO2-Ausstoßes führen. Bei dieser Aufgabe den Kraftstoff außer Acht zu lassen, der die meisten Fahrzeuge antreibt, zeugt von grandioser Einfalt“, kritisiert Baumann.

Über Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse

Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse werden nachhaltig produziert. Sie müssen vom Anbau der Rohstoffe bis zur Nutzung im Tank mindestens 50 Prozent weniger Treibhausgase emittieren als fossile Kraftstoffe. In Deutschland hergestellter Biodiesel und Bioethanol erreicht laut BDO je nach eingesetztem Rohstoff Minderungswerte von 70 bis über 90 Prozent. Zudem darf für die Rohstoffproduktion kein Regenwald gerodet werden. Der Anbau von Pflanzen, die als Rohstoff für die Biokraftstoffherstellung dienen können, ist eine wichtige Einkommensquelle für Landwirte weltweit. In Deutschland und Europa löste er die Flächenstilllegung ab. „Aufgrund der immensen landwirtschaftlichen Überproduktion bezahlte die Europäische Union in den 1990iger Jahren Landwirte dafür, dass sie ihre Äcker nicht bewirtschafteten. Eine Konkurrenz von Tank und Teller war folglich schon damals nicht zu befürchten und ist es auch heute nicht“, so Baumann.

Quelle: IWR Online

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