29.09.2003, 15:51 Uhr

Klimapoker: Putin wandelt beim Klimaschutz auf den Spuren von US-Präsident Bush

Münster/Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat Medienberichten zufolge den baldigen Beitritt seines Landes zum Kyoto-Protokoll gedämpft. Das Klimaschutz-Protokoll werde nur dann unterzeichnet, wenn dies im nationalen Interesse sei, hatte Putin am Montag auf einer Konferenz über globale Klimaveränderung in Moskau gesagt. Derzeit prüfe man noch die Konsequenzen einer Ratifizierung.
"118 Länder haben das Kyoto-Protokoll bereits ratifiziert. Aber nach dem Rückzug der USA ist ohne Russland das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls praktisch nicht möglich", sagte Dr. Norbert Allnoch, Leiter des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) in Münster. Mindestens 55 der 160 Teilnehmerstaaten von Kyoto, auf die zusammen mindestens 55 Prozent aller Emissionen entfallen, müssen das Protokoll ratifiziern, damit es in Kraft tritt. Insofern hat Russland eine gute Ausgangsposition für Verhandlungen. Die Vermutung liege leider nahe, dass es beim Klima einmal mehr um einen rein wirtschaftichen Interessenspoker gehe, so Allnoch.
* Übersicht Klima / Emissionshandel
Weitere Infos und Firmen auf energiefirmen.de