07.01.2014, 13:16 Uhr

Börse am Mittag: RENIXX und DAX fester – Nordex beflügelt von Übernahmefantasie – deutsche Windturbinen liefern fleißig Strom

Münster – Die Stimmung an den Aktienmärkten ist am Dienstagvormittag gut. Der RENIXX World Aktienindex für regenerative Energien verbessert sich um 0,7 Prozent auf 344 Punkte und der DAX für die deutsche Wirtschaft legt um 0,5 Prozent auf 9.479 Punkte zu. Am Devisenmarkt stagniert der Euro bei 1,364 US-Dollar. Gold verteuert sich leicht auf 1.240 US-Dollar je Feinunze.

Zu den größten Gewinnern im RENIXX zählt die Nordex-Aktie. Übernahmefantasien haben das Wertpapier angefeuert. Im Interview mit "The Wall Street Journal" hatte sich Nordex-Chef Zeschky zu den möglichen Perspektiven für die internationale Windenergie-Branche geäußert und dabei grundsätzliche Offenheit für eine Übernahme durch einen chinesischen Konkurrenten signalisiert. Ob ein solcher Fall bzw. ein solches Angebot irgendwann einmal eintritt, ist allerdings derzeit überhaupt noch nicht absehbar.

Kein "Zu verkaufen"-Schild bei Nordex

Die Aktie von Nordex war bereits im Handel am Montag um über fünf Prozent geklettert. Am heutigen Dienstag geht es bisher um weitere 6,7 Prozent auf 11,63 Euro nach oben. In dem Interview hatte Nordex-CEO Jürgen Zeschky auf die Nachfrage, ob er für die Übernahme durch einen chinesischen Konkurrenten offen wäre, "erst einmal" mit ja geantwortet. Direkt im Anschluss spielte Zeschky dann die Variante durch, bei der es zu einem Zusammenschluss mit einem westlichen Wettbewerber käme. Es stehe aber kein „Zu verkaufen"-Schild vor der Tür von Nordex. Weitere Gewinner im RENIXX sind REC Silicon (+10,4 Prozent, 0,339 Euro) sowie Vestas (+5,8 Prozent, 26,34 Euro).

Im DAX legen vor allem Commerzbank (+3,0 Prozent, 12,06 Euro), BASF (+2,9 Prozent, 78,60 Euro) und Deutsche Bank (+2,3 Prozent, 35,52 Euro) zu. Die Analysten der UBS haben die Aktie von BASF zum Kauf empfohlen und das Kursziel von 80 auf 96 Euro angehoben.

Strompreise ziehen weiter an

An der Strombörse sind die Preise im day-ahead-Handel weiter gestiegen. Während der Preis für Grundlaststrom in Deutschland bei 3,35 Cent je Kilowattstunde (kWh) notiert und damit um weitere 24 Prozent klettert, übersteigt der Preis in Frankreich sogar die 4-Cent-Marke und liegt aktuell bei 4,16 Cent je kWh (+19 Prozent). Zertifikate zur CO2-Emission lassen im Preis hingegen weiter nach und werden aktuell für 4,66 Euro je Tonne gehandelt.

Die Rohölpreise steigen am Dienstag leicht an. Die aktuelle Kältewelle in den USA treibt den Ölpreis an. So verteuert sich ein Barrel der US-Sorte WTI um 0,2 Prozent auf rund 94 US-Dollar. Die gleiche Menge der Nordseesorte Brent wird aktuell für etwa 107,10 US-Dollar gehandelt (+0,3 Prozent). Der Heizölpreis sinkt hierzulande auf 81,5 Cent je Liter (inkl. MWST, bei Abnahme von 3000 Litern). Die Spritpreise haben in Deutschland ebenfalls leicht nachgelassen. Am Montag konnten die deutschen Autofahrer Diesel für einen durchschnittlichen Preis von 1,38 Euro je Liter tanken, Benzin (Super E10) lag unverändert bei 1,49 Euro je Liter.

Windparks liefern zuverlässig Strom

Auch am Dienstag werden die Stromverbraucher in Deutschland mit einer erheblichen Menge Windenergie versorgt. Den gesamten Tag über sollen nach den aktuellen Zahlen und Prognosen Windparks mit einer Leistung zwischen knapp 14.000 und fast 18.000 Megawatt (MW) Strom liefern. Am Mittag, wenn auch der Strombedarf in Deutschland am höchsten ist, bringen die Photovoltaik-Anlagen zusätzlich bis zu 7.400 MW Leistung in die Stromversorgung ein. Ohne Windenergie- und Solaranlagen müssten am Mittag konventionelle Kraftwerke mit einer Leistung von mehr als 68.000 MW am Netz sein. Durch den Beitrag von Wind und Sonne werden aber nur konventionelle Kraftwerke mit einer Leistung von 45.500 MW benötigt.

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