06.04.2021, 16:04 Uhr

Börse KW 13/21: RENIXX turbulent - Siemens Gamesa mit Flaggschiff für RWE – Nordex und Vestas mit Aufträgen – Ørsted mit Meilenstein in Taiwan


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Münster - Der globale Aktienindex für erneuerbare Energien RENIXX-World (ISIN: DE000RENX014 hat das erste Quartal 2021 nach einem turbulenten Verlauf mit einem Verlust abgeschlossen. Es ist der erste Quartalsverlust seit einem Jahr.

Zins- und Inflationssorgen haben den Handel in Q1 2021 geprägt und im RENIXX eine Korrekturphase ausgelöst. Auf Wochenbasis konnte der RENIXX in der verkürzten Handelswoche vor Ostern wieder deutlich zulegen und kletterte um 9,8 Prozent auf einen Wochen-Schlusskurs von 1.791,54 Punkte.

RENIXX: turbulentes erstes Quartal 2021

Die ersten drei Monate des Jahres 2021 (Q1) hat der RENIXX nach einem turbulenten Verlauf am Ende (31.03.2021) mit einem Minus von 5,1 Prozent abgeschlossen. Zum Jahresende 2020 notierte der RENIXX bei knapp 1851 Punkten und erreichte am 26.01.2021 das bisherige Allzeithoch (seit 2002) mit 2271 Punkten. Anschließend setzte nach der fulminanten Rallye seit März 2020 eine Korrektur ein, die noch immer anhält. Am 08.03.2021 wurde mit 1562 Punkten das bisherige Jahrestief 2021 erreicht.

Siemens Gamesa liefert 14 MW-Flaggschiff für RWE

Nach der Investitionsentscheidung für den britischen Offshore-Windpark Sofia durch RWE folgt nun der erwartete feste Auftrag für Siemens Gamesa. Der Windkraftanlagen-Hersteller wird 100 Offshore Windturbinen mit je 14 MW-Leistung liefern. Damit erreicht das riesige Kraftwerk eine Leistung von 1.400 MW (1,4 GW). Die Arbeiten auf See für das Offshore-Projekt Sofia sollen im Jahr 2023 beginnen, die Installation der Mega-Offshore Windturbinen erfolgt danach im Jahr 2025.

Nordex und Vestas mit Aufträgen

Zum Quartalsende kommen wieder vermehrt Aufträge in die Bücher der Windkraftanlagen-Hersteller. Die Nordex Group hat Bestellungen aus Mexiko, Spanien und Litauen gemeldet. Im Rahmen der größten Order liefert Nordex Windenergieanlagen mit einer Leistung von über 180 MW nach Spanien, nach Mexiko weitere 96 MW und nach Litauen 63 MW. Vestas hat im März 2021 bislang Aufträge mit einem Gesamtvolumen von etwa 335 Megawatt (MW) aus der Ukraine, Schweden, Polen, Japan und Deutschland gemeldet. Die größte Windenergie-Order mit 126 MW Windkraftleistung stammt aus der Ukraine.

Ørsted erreicht in Taiwan weiteren Meilenstein

In Taiwan stehen die Zeichen auf Ausbau der Offshore Windenergie und Beendigung der Atomenergie. Nach einem Bericht von Focus Taiwan hat der taiwanesische Ministerpräsident Su Tseng-chang erst letzte Woche die Reaktivierung und Baufortführung des eingemotteten vierten Kernkraftwerks kategorisch ausgeschlossen. Das vierte AKW in Taiwan wurde 2014 von der Regierung nach dem Unfall in Fukushima Daiichi versiegelt, die Baugenehmigung ist Ende 2020 abgelaufen und die letzte Charge an unbenutzten Brennstoffen wurde jetzt an General Electric zurückgeschickt.

Eine Untersuchung des Central Geological Survey im Jahr 2013 hatte ergeben, dass das vierte AKW in einem erdbebengefährdeten Gebiet errichtet werden sollte. Eine zwei Kilometer lange Verwerfungslinie verläuft direkt unter dem unvollendeten Atomkraftwerk und stellt nach Ansicht der Regierung ein großes Sicherheitsrisiko dar.

Die Offshore Windenergie soll in Taiwan die Stromlücke schließen. Das dänische Energieunternehmen Ørsted hat nun mit den Offshore-Bauarbeiten an dem taiwanesischen Offshore-Windenergie-Komplex Greater Changhua 1 & 2a mit einer Leistung von 900 MW begonnen. Die beiden Offshore-Parks sollen 2022 fertiggestellt werden und ausreichend Strom produzieren, um rein rechnerisch eine Million Haushalte mit sauberer Energie zu versorgen. In Taiwan sind auch u.a. Siemens Gamesa, Wpd und RWE aktiv. Bis 2025 soll die Offshore Windkraftleistung in Taiwan bis auf 5.500 MW ausgebaut werden.

RENIXX schwächelt zum Wochenstart

Zu Beginn der neuen, nachösterlichen Handelswoche muss der RENIXX erneut Verluste hinnehmen. Zulegen können Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien wie ITM Power, Nel ASA, oder Ballard Power. Im Minus notieren u.a. Solaredge, Sunnova, Plug Power und Daqo New Energy.

Quelle: IWR Online

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