08.05.2014, 15:36 Uhr

Deutsche Solaraktien: Umsatzeinbruch bei Phoenix – Analystenlob für SMA

Suzemoos / Niestetal / Münster – Die Stimmung unter den Aktionären der beiden deutschen Photovoltaik-Unternehmen Phoenix Solar und SMA Solar Technology fällt am Donnerstag höchst unterschiedlich aus: Während die Anteilseigner von Phoenix Solar in der Spitze Kursverluste von mehr als zehn Prozent hinnehmen mussten, verteuern sich die SMA-Titel um knapp neun Prozent.

Auslöser für die unterschiedlichen Kursbewegungen sind die schwachen Quartalszahlen des internationalen Solarprojektierers Phoenix Solar auf der einen und ein verbessertes Analysten-Rating für die SMA-Aktie auf der anderen Seite.

Phoenix Solar: Umsatz bricht um 78 Prozent ein

Die Phoenix Solar AG hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres einen Umsatzeinbruch um 78 Prozent auf 6,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum gemeldet (Q1 2013: 30,6 Mio. Euro). 88 Prozent der Umsätze entfallen dabei auf Auslandsmärkte. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hat sich auf -2,2 Mio. Euro trotz Umsatzrückgangs deutlich verbessert (Q1 2013: -4,2 Mio. Euro). Allerdings sei das Ebit im Vorjahr durch die Rückstellungen für Abfindungen in Höhe von 1,9 Mio. Euro belastet gewesen, teilte Phoenix Solar mit. Nach Steuern und Minderheiten ergab sich für das erste Quartal 2014 ein Konzernergebnis in Höhe von -3,6 Mio. Euro (Q1 2013: -6,1 Mio. Euro). Zum Ende des ersten Quartals lag der konsolidierte Auftragsbestand bei 62 Mio. Euro und damit um elf Prozent gegenüber dem Vergleichswert vom Vorjahr.

Phoenix Solar-CEO Köhler: Halten an Jahreszielen fest

Dr. Bernd Köhler, Vorstandsvorsitzender der Phoenix Solar AG, erläuterte: „Wir hatten bereits im letzten Jahr darauf hingewiesen, dass nach der tief greifenden Restrukturierung schwächere Quartale wie das jetzt im März abgeschlossene durchaus noch in das Bild der "neuen" Phoenix passen und nicht automatisch auf eine grundlegende Gefährdung schließen lassen. Wir sind in allen Kernregionen mit Kunden und Interessenten in intensiven Gesprächen, denn natürlich zählen am Ende nur rechtskräftige Verträge und solide Finanzierungen. Trotz der erwartet schwachen Umsatzentwicklung im ersten Quartal halten wir daher noch an der Basisprognose für das Gesamtjahr fest und erwarten Umsätze in einem Korridor zwischen 150 und 160 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern von zwei bis fünf Millionen Euro.“ Die Aktie von Phoenix Solar war im Handel am Donnerstag in der Spitze um mehr als zehn Prozent abgerutscht und notiert inzwischen bei 2,81 Euro (-8,7 Prozent, Stand: 15:26 Uhr).

Equinet: SMA nicht mehr verkaufen

Positiver als die Zahlen von Phoenix Solar liest sich die aktuelle Einschätzung der Analysten der Investmentbank Equinet zur Aktie des Wechselrichter-Produzenten SMA. Die Aktienexperten haben die Verkaufsempfehlung "Sell" aufgehoben und das Papier auf "Hold" hochgestuft. Zudem wurde das Kursziel auf 26 Euro belassen. Begründet wurde das neue Votum mit dem in den vergangenen zwei Monaten um mehr als 40 Prozent gesunkenen Aktienkurs. Dessen ungeachtet bleibe man aber bei einer vorsichtigen Einschätzung für das Solarunternehmen, heißt es in der Bewertung der Equinet-Analysten. Die SMA-Aktie verteuert sich am Donnerstag bislang um 8,9 Prozent auf 30,01 Euro (Stand 15:26 Uhr).

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