22.10.2013, 16:54 Uhr

Forscher erwarten weiter sinkende Kosten in der Photovoltaik

Berlin – Trotz beachtlicher Entwicklungserfolge in den letzten Jahren ist das Kostensenkungspotenzial von Solarstrom noch immer nicht ausgeschöpft, finden Wissenschaftler und verweisen auf die wesentliche Rolle der Forschung in diesem Bereich.

Nach Ansicht der 68 befragten Experten gilt es an drei wesentlichen Stellschrauben zu drehen, um Solarstrom noch günstiger zu machen: Die Kosten von Solarstrom können durch die Senkung von Materialkosten (34 Prozent) durch Substitution oder durch Materialreduktion sowie die Optimierung von Herstellungsprozessen erreicht werden (34 Prozent). Nur unwesentlich weniger Befragte sprachen sich für eine Steigerung des Wirkungsrades als weitere Möglichkeit zur Kostensenkung (33 Prozent) aus, wie aus einer Befragung führender Solarforscher, die sich in der Innovationsallianz Photovoltaik zusammengeschlossen haben, hervorgeht.

„Schon in den letzten Jahren sind die Kosten für schlüsselfertige Solarstromanlagen um zwei Drittel gesunken und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht“, erklärte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V., und fügte an: „Diese Innovationspotenziale gilt es nun zu heben.“ Dabei spielt die Bundesregierung spielt eine wesentliche Rolle. So stimmten 61 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Unterstützung der Photovoltaik-Forschung durch den Bund für die Zukunftsfähigkeit des Branchenstandortes unabdingbar ist.

Weitere Kostensenkungen möglich

„Nach unserer Prognose sind bei Solarstromanlagen bis 2020 Kostensenkungen um weitere 30 Prozent möglich. Die Photovoltaik steht weltweit an der Schwelle zur Wettbewerbsfähigkeit mit konventionellen Stromquellen“, sagt Professor Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Die Ergebnisse der Forschung leisten nach Ansicht von 63 Prozent der Teilnehmer einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung von Solarstrom. 58 Prozent sehen Deutschland in einer führenden Position in der internationalen Solarforschung.

Die Innovationsallianz Photovoltaik ist ein Zusammenschluss von 120 Forschungsinstituten und Solarunternehmen aller Produktionsstufen, die daran arbeiten den Wettbewerbsvorteil des Solarstandortes Deutschland zu verteidigen. Sie werden dabei vom Bundesumweltministerium und dem Bundesforschungsministerium gefördert.

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© IWR, 2013