17.01.2014, 10:58 Uhr

Grünes Licht für Stromnetz-Übernahme durch die Stadt Hamburg

Hamburg - Die Hansestadt Hamburg wird in Kürze das Stromnetz von Vattenfall übernehmen, zudem besteht die Option zum Kauf des Fernwärmenetzes. Damit haben sich die Vertreter der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement (HGV) und des Energieversorgers Vattenfall rund vier Monate nach dem Hamburger Volksentscheid über die grundsätzlichen Übernahmemodalitäten verständigt.

Die Zustimmung des Hamburger Senates sowie der Aufsichtsgremien von Vattenfall zu den Eckpunkten der Übernahme und dem ausgehandelten Fahrplan steht noch aus, soll allerdings bis zum 14. Februar 2014 vorliegen.

Kauf des Wärmengeschäftes 2019 möglich

Die Vereinbarung sieht vor, dass die HGV die Anteile an der Stromnetz Hamburg GmbH sowie der Vattenfall Europe Verkehrsanlagen GmbH zu 100 Prozent übernimmt. Zudem sollen zum 01.01.2016 die für das Hamburger Stromnetz tätigen Teile der Gesellschaften Vattenfall Europe Netzservice GmbH und Vattenfall Europe Metering GmbH übernommen werden.

Zur Stadt Hamburg sollen bis spätestens 2016 zudem weitere Vattenfall-Mitarbeiter wechseln, die derzeit in verschiedenen Vattenfallgesellschaften zuständig sind für Abrechnung, Kundendienst, IT und andere Serviceleistungen. Die Stadt Hamburg erhält auch die Option zum Kauf der verbleibenden 74,9 Prozent für die Vattenfall Wärme Hamburg GmbH im Jahr 2019. Bis dahin wollen Vattenfall und die Freie und Hansestadt Hamburg als Partner zusammenarbeiten.

Gutachter legen Kaufpreis fest

Den genauen Kaufpreis des Strom- und Wärmegeschäftes sollen Gutachter ermitteln, die von der HGV und Vattenfall eingesetzt werden. Für die Stromnetz Hamburg GmbH haben sich HGV und Vattenfall auf einen vorläufigen Kaufpreis von 550 Mio. Euro (bezogen auf 100%) verständigt, mindestens jedoch auf 495 Mio. Euro. Die Servicegesellschaften des Stromnetzgeschäfts sollen ebenso durch unabhängige Gutachter bewertet werden. Für das Fernwärmegeschäft wurden zwei alternative Mindestpreise (ebenfalls bezogen auf 100%) vereinbart.

Für den Fall, dass in Wedel eine GuD-Anlage gebaut wird, beträgt dieser 1.150 Mio. Euro, für den Fall, dass bis 2015 keine Entscheidung für den Bau einer GuD-Anlage in Wedel getroffen wird, beträgt dieser Mindestpreis 950 Mio. Euro. Die endgültige Bestimmung des Kaufpreises soll analog zum Verfahren für das Stromnetz durch einen unabhängigen Gutachter erfolgen.

Kauf des Netzes nur erster Schritt für Hansestadt

Durch den Kauf des Stromnetzes erhält die Stadt Hamburg jedoch nicht automatisch auch das Recht zum Betrieb des Netzes. Die Konzession für die nächsten 20 Jahre soll Ende des Jahres vergeben werden. Neben der Stadt Hamburg haben sich nach einem NDR-Bericht auch die Genossenschaft Energienetz Hamburg und der Energieversorger E.ON Hanse bei der Umweltbehörde der Stadt Hamburg beworben.

Zu der Frage, ob es darüber hinaus weitere Bewerber gibt, wollte sich die Umweltbehörde zur Vermeidung von möglichen Formfehlern nach NDR-Angaben nicht äußern. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz schätzt die Chancen für die Erteilung der Konzession an die Stadt Hamburg positiv ein. Scholz: „Weil die jetzt von uns erworbene Gesellschaft seit vielen Jahren anerkannter Betreiber ist, erhöhen wir die Chance, dass diese Gesellschaft die Konzession auch erhalten wird. Ein schneller Eigentümerwechsel ist als nächster Schritt nötig, um möglichst schnell die unternehmerische Führung übernehmen zu können.“

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