24.11.2014, 11:27 Uhr

Meilensteine 2030: Bioenergie aus der Landwirtschaft bleibt wichtig

Leipzig / Berlin – In einem umfangreichen Projekt des Bundeswirtschaftsministeriums haben wichtige deutsche Biomasse-Forschungseinrichtungen Meilensteine für die Bioenergie bis 2030 identifiziert. Die Ergebnisse wurden nun in Berlin vorgestellt.

Das Verbundvorhaben firmiert unter dem vollständigen Titel: "Meilensteine 2030 - Elemente und Meilensteine für die Entwicklung einer tragfähigen nachhaltigen Bioenergiestrategie". Unter anderem kommen die Forscher dabei zu dem Ergebnis, dass Bioenergie aus landwirtschaftlichen Rohstoffen auch weiterhin relevant bleibt.

Dialog um Energiewende und Biomassenutzung verstetigen

Projektkoordinatorin Prof. Dr. Daniela Thrän vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) erklärte bei der Vorstellung: "Es bleibt zu hoffen, dass in der nächsten Zeit der Dialog rund um die Energiewende im Allgemeinen und eine tragfähige, energetische Biomassenutzung im Besonderen fortgeführt und die strategische Ausrichtung der Bioenergie verstetigt wird. Es ist noch ein langer Weg hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung, entsprechende Meilensteine geben der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik die notwendige Orientierung."

Bedeutung der Bioenergie aus landwirtschaftlichen Rohstoffen

In einer weitgehend auf erneuerbaren Energien fußenden Energieversorgung in Deutschland muss Bioenergie künftig die Lücken füllen, die nicht aus anderen Quellen gespeist werden können, teilte das DBFZ mit. Aus den Ergebnissen der szenarienabhängigen Entwicklungen der Rohstoffpreise, des simulierten Anlagenparks, der Landnutzungsänderungen, verschiedener Umweltwirkungen, der Notwendigkeiten regionaler Infrastrukturen sowie der Auswirkungen auf Ernährungssicherheit wurden im Rahmen des Projektes Eckpunkte einer Bioenergiestrategie identifiziert und in Form von Meilensteinen, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollten, formuliert. Eines der Ergebnisse: Bioenergie aus landwirtschaftlichen Rohstoffen, wie Biogas oder Biodiesel, wird unter den angenommenen Rahmenbedingungen auch weiterhin relevant bleiben. Innovative Konzepte wie Kraftstoffe aus Holz könnten sich dagegen nur unter sehr günstigen Randbedingungen durchsetzen.

Einfluss deutscher Bioenergie auf die globale Rohstoffmärkte gering

Der Einfluss der deutschen Bioenergie auf die globalen Rohstoffmärkte bleibt laut DBFZ auch in Zukunft gering. Jedoch könne der mit der Bioenergienutzung verbundene Flächenbedarf – insbesondere durch Importe aus dem Ausland – erheblich sein. Die damit verbundenen Risiken für die Biodiversität, Böden und Ernährungssicherung seien abhängig von der nationalen Bioenergienachfrage, werden aber von den globalen Annahmen und Entwicklungen dominiert. Gleichzeitig wirken sich Landnutzungsänderungen stark auf die Umwelt, insbesondere die Treibhausgasemissionen durch Bioenergie aus und könnten den Klimaschutzzielen entgegenstehen.

Wie das DBFZ weiter erklärte, erfordern die Meilensteine für eine künftige Bioenergienutzung zum einen die Weiterentwicklung der Bereitstellungskonzepte, zum anderen eine enge Verzahnung mit verschiedenen Rohstoffsektoren, Markt- und Akteursstrukturen. So stelle die Wärmebereitstellung auf Basis von Holz auch weiterhin einen wichtigen Baustein dar, der durch entsprechende, insbesondere kommunale Rahmenbedingungen, flankiert von einer deutschen Wärmestrategie, beachtet werden müsse.

DBFZ und acht Partner haben Meilensteine entwickelt

An den „Meilensteine 2030" haben neben dem DBFZ auch das Öko-Institut, das Thünen-Institut für Marktanalyse (TI), das ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH, das Center for Environmental Systems Research der Universität Kassel (CESR), das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), , das Institut für ZukunftsEnergie-Systeme gGmbH (IZES) sowie das Internationale Institut für Nachhaltigkeitsanalysen und -strategien (IINAS) mitgearbeitet.

Weitere News und Infos zum Thema Bioernegie:

Direkt zum Vorhaben „Meilensteine 2030“


© IWR, 2014