19.05.2014, 13:23 Uhr

RENIXX hängt DAX ab: Suzlon-Aktie explodiert nach Indien-Wahl – Vestas mit dickem Auftrag – Siemens pokert um Alstom

Münster – Der RENIXX World zeigt sich im Handel am Montagvormittag freundlich und legt bislang um 0,2 Prozent auf 361,86 Punkte zu. Im Gegensatz zum internationalen Aktienindex für erneuerbare Energien RENIXX geht es für den deutschen DAX abwärts. Das Börsenbarometer mit den deutschen Blue Chips gibt bislang 0,4 Prozent auf 9.591 Punkte ab.

Im DAX haben vor allem die Bankenwerte nachgegeben, während der RENIXX von steigenden Kursen bei einigen Windtiteln profitiert. Am Devisenmarkt legt der Eurokurs leicht um 0,1 Prozent auf 1,372 US-Dollar zu. Der Goldpreis steigt um ein halbes Prozent auf 1.302 US-Dollar je Feinunze.

Suzlon und Vestas gefragt

Die Suzlon-Aktie macht am Montag einen Gewinnsprung. Das Wertpapier des indischen Windenergieanlagen(WEA)-Herstellers verteuert sich um 33,5 Prozent auf 0,749 Euro. Nach der Wahl in Indien und dem bevorstehenden Machtwechsel erklärte Suzlon-Chef Tulsi Tanti, dass die regenerativen Energien nun durch größere Reformen Rückenwind erhalten könnten. Wahlsieger Modi hatte im Bundesstaat Gujarat u.a. die Stromversorgung deutlich verbessert und dabei auch auf die Erneuerbaren gesetzt. Neben Hanergy Solar (+8,9 Prozent, 0,11 Euro) und Jinkosolar (+3,7 Prozent, 17,05 Euro) klettern auch die Aktien des Suzlon-Konkurrenten Vestas (+2,2 Prozent, 35,79 Euro). Die Dänen haben einen Auftrag aus den USA bekommen und sollen insgesamt 48 WEA liefern.

Im DAX finden sich u.a. die Bankentitel am Indexende. Commerzbank geben um 3,8 Prozent auf 10,83 Euro und Deutsche Bank um 2,5 Prozent auf 29,98 Euro nach. Eine Milliardenschwere Kapitalerhöhung steht bei der Deutschen Bank auf dem Programm. Unterdessen pokert Siemens (-0,6 Prozent, 95,60 Euro) weiter um Alstom. Angeblich will der Technologiekonzern aus Erlangen noch in dieser Woche ein konkretes Angebot abgeben. General Electric (GE) hatte dies bereits Ende April getan.

Strompreise steigen deutlich

Der deutsche und der französische Strompreis ziehen nach dem Wochenende stark an. Deutscher Strom verteuert sich im day-ahead-Handel der Strombörse kräftig um 38 Prozent auf 4,02 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Französischer Strom kostet am Montag zur Lieferung am morgigen Dienstag 3,76 Cent pro kWh, was einem Anstieg von fast 30 Prozent entspricht. Der Preis für Berechtigung zur Emission einer Tonne CO2 sinkt nach dem Wochenende und bleibt damit deutlich unter der Marke von fünf Euro. Derzeit notiert das EU-CO2-Zertifikat bei 4,68 Euro (-1,3 Prozent).

Nach dem Wochenende steigen die Preise für Rohöl wieder leicht und verweilen auch weiterhin deutlich über der 100-US-Dollar-Marke. Die US-Sorte WTI kostet am Montagmittag etwa 102,20 US-Dollar pro Barrel (+0,6 Prozent). Der Preis der Nordseesorte Brent überschreitet sogar die 110-US-Dollar-Marke und notiert aktuell bei etwa 110,10 US-Dollar (+0,3 Prozent). Auch der Heizölpreis steigt leicht auf 80,8 Cent pro Liter (inkl. MWST, bei Abnahme von 3.000 Litern). Das entspricht einem Preiszuwachs von etwa 0,1 Prozent. Währenddessen mussten die Autofahrer am Sonntag an Tankstellen wieder tiefer in die Tasche greifen. Der bundesweite Durchschnittspreis für Diesel betrug am gestrigen Sonntag 1,369 Euro pro Liter. Das sind rund 1,9 Prozent mehr als noch vor dem Wochenende. Der Liter Super E10 verteuerte sich gegenüber dem vergangenen Freitag ebenfalls um gut 1,9 Prozent auf 1,524 Euro.

Strom: Sehr viel Sonne und fast kein Wind

Strahlender Sonnenschein am Montagmittag sorgt voraussichtlich dafür, dass die Solaranlagen mit einer Leistung von rund 21.100 Megawatt (MW) am Netz sind. Der Wind weht dagegen kaum, die Windenergie speist lediglich Strom mit einer Leistung von 900 MW ein. Zusammen stellen diese beiden erneuerbaren Energiequellen mit rund 22.000 MW über ein Drittel der Stromversorgung am Mittag (rund 36 Prozent). Zusätzlich konventionelle Kraftwerke müssen nicht hochgefahren werden. Ohne Wind- und Sonnenenergie um müssten Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 61.200 MW statt 39.200 MW laufen.

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