03.09.2014, 13:29 Uhr

RENIXX und DAX fester: Waffenruhe in der Ukraine beflügelt Aktienmärkte – Goldwind mit fulminantem Comeback - Vestas erfolgreich in Polen

Münster – Aus Kiew kommen Meldungen über eine Annäherung mit Moskau. Eine Feuerpause in der Ost-Ukraine ist offenbar vereinbart worden. Das beruhigt auch die Anleger und sorgt für steigende Aktienkurse. Der RENIXX World klettert um 0,7 Prozent auf 436,15 Punkte, der DAX um 1,2 Prozent auf 9.624 Punkte.

Zwar ist noch unklar, welches Ausmaß die Einigung zwischen Russland und der Ukraine haben wird, doch hat sich die Situation den Berichten zufolge definitiv etwas entspannt. Der Eurokurs legt um 0,1 Prozent auf 1,315 US-Dollar zu. Der Goldpreis erholt sich um 0,4 Prozent auf 1.267 US-Dollar je Feinunze.

Goldwind-Aktie wird wieder gehandelt

Größter Gewinner im RENIXX ist die Aktie des chinesischen Windenergieanlagen(WEA)-Hersteller Goldwind (+12,3 Prozent, 1,31 Euro). Das Papier war am vergangenen Dienstag (26.08.2014) vom Handel ausgesetzt worden. Die Aktie des Unternehmens, das offenbar eine Kapitalerhöhung plant, wird seit heute wieder gehandelt. Mit Vestas (+2,8 Prozent, 32,42 Euro) folgt ein weiterer WEA-Produzent auf der Gewinnerliste. Vestas hat in den vergangenen drei Tagen Aufträge aus Polen mit einer Leistung von zusammen 100 Megawatt (MW) gemeldet.

Im DAX stehen die Titel von Deutsche Bank (+2,7 Prozent, 26,75 Euro), Lufthansa (+2,5 Prozent, 13,56 Euro) und Adidas (+2,5 Prozent, 58,59 Euro) an der Indexspitze. Einziger RENIXX-Verlierer ist die SAP-Aktie (-1,4 Prozent, 58,99 Euro).

Rohölpreise fallen

Die Entwicklung der Rohölpreise bei den Sorten WTI und Brent verläuft gleichgerichtet, beide sinken. Die US-Sorte WTI kostet derzeit ca. 93,70 US-Dollar je Barrel (-1,6 Prozent). Die Nordseesorte Brent hingegen fällt um rund 0,5 Prozent auf rund 101,50 US-Dollar je Fass. Auch der Preis für einen Liter Heizöl fällt und notiert derzeit bei 79,7 Cent (-1,4 Prozent; inkl. MWST, bei Abnahme von 3.000 Litern). Am gestrigen Dienstag lagen die durchschnittlichen Benzinpreise in Deutschland unter denen von Montag. Der Super-E 10-Preis lag gestern im Bundesdurchschnitt bei 1,514 Euro pro Liter (-0,1 Prozent), während der Dieselpreis auf 1,355 Euro pro Liter nachgegeben hatte (-0,3 Prozent).

Die Strompreise im Day-ahead Handel der Börse verlaufen uneinheitlich. Deutscher Grundlaststrom notiert aktuell bei rund 3,11 Cent je kWh (-1,1 Prozent). Sein französisches Pendant hingegen steigt auf 3,37 Cent je kWh und ist damit um 8,3 Prozent teurer als der deutsche Strom. Der Preis für die Emission einer Tonne CO2 sinkt auf 6,3 Euro (-1,1 Prozent).

Strom: Wind und Sonne decken 30 Prozent der benötigten Spitzennachfrage ab

Sowohl die Leistung der Solaranlagen als auch die der Windenergieanlagen steigen im Vergleich zu gestern. Am Mittag beträgt die geplante Leistung der Windkraftanlagen Deutschlands rund 3.600 MW. Die Solaranlagen kommen sogar auf rund 14.100 MW. Zusammen sorgen diese beiden Erneuerbaren demnach dafür, dass die konventionellen Kraftwerke 17.700 MW weniger Leistung bereitstellen müssen. Das sind gut 30 Prozent der gesamten geplanten Stromleistung zur Mittagszeit. Die konventionellen Anlagen sind dann mit einer Leistung von 40.900 MW am Netz.

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