11.04.2014, 13:58 Uhr

RENIXX und DAX sehr schwach: Nasdaq-Verluste stecken an – Sunpower, China longyuan, REC Silicon und Solarcity am RENIXX-Ende

Münster - Für den RENIXX World geht es am Freitagvormittag erschreckend steil nach unten. Das weltweite Börsenbarometer für erneuerbare Energien verliert bis zum Mittag gut 2,5 Prozent auf 367,78 Punkte. Auslöser für den Kursrutsch war ein erneuter ein Ausverkauf an der US-Technologiebörse Nasdaq.

Auch der DAX büßt am Freitag Boden ein und gibt bis zum Mittag um 1,5 Prozent auf 9.312 Punkte nach. Bereits am Donnerstagabend zeigten die Kurse an der Nasdaq nun schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit deutlich nach unten. Der Nasdaq Composite Index hat um mehr als drei Prozent nachgegeben. Offenbar sind die Anleger der Meinung, dass die Technologiewerte zuletzt zu hoch bewertet wurden und wollen nun Gewinne mitnehmen. Am Devisenmarkt stagniert der Euro bei 1,389 US-Dollar. Der Goldpreis legt nur leicht um 0,1 Prozent auf 1.321 US-Dollar je Feinunze zu.

Sunpower sehr schwach – Nordex lobt EEG-Reform

Die größten Verlierer im RENIXX heißen am Freitag bislang Sunpower (-7,6 Prozent, 20,04 Euro), China Longyuan (-7,2 Prozent, 0,736 Euro), REC Silicon (-7,0 Prozent, 0,384 Euro) und Solarcity (-6,8 Prozent, 39,50 Euro). Auch die Anteilsscheine des deutschen Windenergieanlagen-Herstellers Nordex (-3,6 Prozent, 11,19 Euro) verlieren überdurchschnittlich. In einem Brief an die Aktionäre kommentiert das Hamburger Unternehmen die Beschlüsse zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland. Nordex-CEO Jürgen Zeschky: „Mit dem Ergebnis sind wir in Summe zufrieden. Der Ausbaudeckel lässt der Industrie ausreichend Luft zu wachsen und auch die angepassten Tarife sichern die kommerzielle Realisierbarkeit bei einem Großteil der geplanten Projekte“.

Im DAX zeigen alle Kurse der 30 gelisteten Titel nach unten. Infineon (-3,2 Prozent, 8,11 Euro), Lufthansa (-3,2 Prozent, 18,89 Euro) und Commerzbank (-2,8 Prozent, 13,22 Euro) fallen besonders tief. Dabei hatten die Analysten der Deutschen Bank das Kursziel der Infineon-Aktie von 7,60 auf 8,20 Euro angehoben und die Einstufung mit "Hold" bestätigt. Allerdings wurde das Papier des Chip-Herstellers offenbar im Abwärtssog der Technologiewerte mitgerissen.

Strompreise stürzen zum Wochenende ab

Die Börsen-Strompreise für französischen und deutschen Strom sinken zum Wochenende aufgrund der geringeren Nachfrage deutlich. Im day-head-Handel für den morgigen Samstag fällt der französische Preis um mehr als 30 Prozent auf 2,73 Cent je Kilowattstunde (kWh). In Deutschland kostet der Strom dagegen geringfügig mehr. Hier müssen 2,78 Cent pro kWh bezahlt werden. Der Preis zur Berechtigung zur Emission eine Tonne CO2 ist wieder über die Marke von fünf Euro gestiegen und liegt aktuell bei 5,25 Euro pro Zertifikat.

Bei den Rohölsorten gibt es keine großen Bewegungen. Die US-Sorte WTI liegt aktuell bei etwa 102,30 US-Dollar je Barrel, was einem Rückgang um 0,1 Prozent entspricht. Auch der Preis der Nordseesorte Brent verzeichnet einen leichten Rückgang und notiert bei etwa 107,30 US-Dollar (-0,1 Prozent). Auch der Preis für Heizöl ist gesunken. Zurzeit steht der Heizölpreis bei 80 Cent pro Liter (inkl. MWST, bei Abnahme von 3.000 Litern), was einem Rückgang in Höhe von 0,5 Prozent entspricht. Für Autofahrer gibt es leider keine positiven Nachrichten. So kostete der Liter Diesel am Donnerstag im Bundesdurchschnitt 1,359 Euro und damit 0,2 Prozent mehr als noch am Vortag. Auch der Super E10 Benzinpreis stieg leicht an und notierte gestern bei 1,507 Euro pro Liter.

Solarleistung klettert bis auf knapp 16.000 MW

Die Solaranlagen in Deutschland liefern am Freitag zur Mittagszeit Strom mit einer Leistung von knapp 16.000 MW. Nicht ganz so ergiebig sind die Windenergieanlagen, die gegen Mittag auf eine Leistung von knapp 1.000 MW kommen. Dennoch wird das Nachfrage-Hoch am Montag insbesondere durch die Solarenergie gut abgefedert. Es werden am Mittag konventionelle Kraftwerke mit einer Leistung von etwa 50.000 MW benötigt. Ohne die Unterstützung der Solar- und Windenergie müssten Atom-, Kohle und Gaskraftwerke mit einer Leistung von ca. 67.000 MW zur Stromerzeugung beitragen (Betrachtung beschränkt sich auf Wind-, Solarenergie sowie konventionelle Kraftwerke > 100 MW).

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