14.01.2011, 12:09 Uhr

Studie: Mehrheit der Netzbetreiber senkt Durchleitungs-Gebühren

Hückelhoven - Im neuen Jahr können Energieanbieter bei der Versorgung von Haushalten vielerorts von sinkenden Durchleitungsgebühren der lokalen Netzbetreiber profitieren. Über 800 Verteilnetzbetreiber aus dem Strom- und Gassektor haben zum Januar ihre Transportentgelte gesenkt, wie eine Analyse der ene"t GmbH ergeben hat. Die Leitungskosten sind eine entscheidende Stellgröße im liberalisierten Energiemarkt. Sind diese zu hoch angesetzt, mindern sie die Attraktivität von Angeboten alternativer Energielieferanten, die diese Kosten in ihre Produkte einpreisen müssen.

Drei von vier Netzbetreibern haben neue Preise veröffentlicht

Die aus diesem Grunde staatlich gedeckelten Netzentgelte werden von Seiten der Leitungseigentümer üblicherweise zu Jahresbeginn neu bekannt gegeben. Bislang haben drei von vier Netzbetreibern neue Preise für die Netznutzung veröffentlicht. Insgesamt zeigt sich die Kostenentwicklung aber uneinheitlich, da etwa 400 Unternehmen ihre Netzentgelte auch erhöht haben.

Hohe Preisunterschiede

Die Preisanpassungen bewegen sich vielfach in einem moderaten Bereich unterhalb von drei Prozent, in Einzelfällen verändert sich der finanzielle Aufwand für den Strom- oder Gastransport zum Verbraucher aber auch um bis zu 80 Prozent. Die bundesweiten Durchschnittspreise bleiben 2011 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant. Nach wie vor auffällig sind die großen Preisunterschiede zwischen den Netzen: Für die Durchleitung von 4.000 kWh Strom zu einem Musterhaushalt können in Abhängigkeit von dessen Standort Kosten zwischen 132 EUR und 378 EUR (netto) im Jahr zu Buche schlagen. Noch uneinheitlicher zeigt sich die Situation im Gassektor: Die im Rahmen der Versorgung eines Heizgaskunden mit 20.000 kWh Jahresverbrauch anfallenden Netzgebühren schwanken hier zwischen 123 EUR und 630 EUR (netto). Diese massive Spreizung erfordert auf Seiten der meisten Energielieferanten eine regional stark ausdifferenzierte Angebotskalkulation und führt in Deutschland mittelbar auch zu einem relativ hohen Energiepreisgefälle.

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