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22.12.2017, 15:38 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Dunkle Wolken - Windbranche kritisiert Politik

Münster - Die Windbranche richtet einen eindringlichen Appell an die Politik, verbesserte Rahmenbedingungen zu schaffen. Ansonsten steht die deutsche Technologieführerschaft in der Windenergie auf dem Spiel.

Im Jahr 2017 haben nach Angaben des Windenergie-Unternehmensnetzwerks WAB e.V. insbesondere kleine und mittlere Unternehmen der Branche den Rücken gekehrt. Dunkle Wolken über der Windindustrie - insbesondere im nördlichsten Bundeslandsieht - sieht auch der Branchenverband windcomm schleswig-holstein e. V.

Massiver Arbeitsplatzverlust droht in der Windbranche
2017 war ein schwieriges Jahr für die deutsche Windindustrie, so die WAB in ihrem Jahresrückblick. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen würden die Windbranche verlassen. Sollte die neue Bundesregierung den Ausbaupfad für die Offshore-Windindustrie nicht auf mindestens 20 Gigawatt bis 2030 und 30 Gigawatt bis 2035 erweitern, könnte Deutschland ein massiver Arbeitsplatzverlust drohen: "Der Fadenriss, den wir bereits in der Offshore-Industrie beobachten, hat sich nach den jüngsten Wind-an-Land-Ausschreibungen auch auf die Onshore-Branche übertragen. Die neue Bundesregierung muss dringend handeln und beim Erneuerbare-Energien-Gesetz nachbessern", so Andreas Wellbrock, Geschäftsführer des WAB e.V.

Während auf dem internationalen Markt die Nachfrage nach Offshore-Projekten und Windkraftanlagen steige, schraubt Deutschland sein Ausbauvolumen zurück. WAB-Vorstandsvorsitzende Irina Lucke sieht durch die Deckelung den Industriestandort Deutschland belastet. Es bestehe die Gefahr, dass wichtiges Know-how verloren geht und die deutsche Technologieführerschaft auf dem Spiel stehe.

Windcomm: Nicht dieselben Fehler wie bei der Solarbranche machen
Auch die Windindustrie in Schleswig-Holstein kämpft mit den politischen Rahmenbedingungen. Asmus Thomsen, Vorstand des Branchenverbands windcomm schleswig-holstein e. V.: "Die Windbranche in Schleswig-Holstein ist in Gefahr, und damit ein erheblicher Teil der rund 10.000 Arbeitsplätze“, sagt er und appelliert an die Landesregierung, die Regionalplanung für Windenergie-Eignungsgebiete zügig voranzutreiben und sich auf Bundesebene mit mehr Nachdruck für Änderungen im Ausschreibungsverfahren einzusetzen. Das derzeitige Korsett des EEG ist zu eng geschnürt. Es darf nicht - wie bei der Solarenergie - passieren, dass eine Branche durch Gesetzesänderungen in den Würgegriff genommen wird, so Thomsen. Unter dem faktischen Stopp für den Bau neuer Windenergieanlagen leidet nicht nur die Windbranche, sondern auch Zuliefer-Unternehmen, so der windcomm schleswig-holstein e.V.

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Quelle: IWR Online
© IWR, 2017


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