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12.03.2019, 12:15 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Japan ringt nach Fukushima 2011 um Energiemix

Münster - Gestern vor acht Jahren (11.03.2011) sorgten ein Erdbeben und ein Tsunami für den Gau im Atomkraftwerk im japanischen Fukushima. Seitdem hat sich der Energiemix deutlich geändert, aber ganz ist die Atomenergie in Japan noch nicht verschwunden.

Japan leidet noch immer unter den Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011. Die Arbeiten an dem havarierten und strahlenverseuchten Reaktor dauern noch Jahrzehnte an. Die Folgekosten werden auf weit über 100 Mrd. Euro geschätzt.

Atomunfall in Fukushima: Was vor 8 Jahren passierte
Am 11. März 2011 ereignete sich in Japan eine der verheerendsten Reaktor-Katastrophen in der Geschichte der Menschheit. Nach einem schweren Seebeben bewegte sich ein Tsunami auf die Ostküste Japans zu und erwischte das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi mit voller Wucht. Vier von sechs Reaktorblöcken des Atomkraftwerks (AKW) Fukushima auf der japanischen Hauptinsel Honshu wurden 2011 durch die Unfälle zerstört. Es kam zur Kernschmelze und radioaktives Material verseuchte die Region. Viele Tausende Menschen kamen ums Leben oder wurden verletzt. Die Entsorgungsarbeiten dauern voraussichtlich noch Jahrzehnte an, Kostenschätzungen zur Katastrophe belaufen sich auf mehrere hundert Milliarden Euro. Die Katastrophe hat, ähnlich wie das Reaktorunglück von Tschernobyl in der Ukraine im Jahr 1986, in Japan und weltweit eine intensive Diskussion um die Gefahren der Kernenergie-Nutzung ausgelöst.

Auf einen Schlag: Abschaltung aller japanischen Atomkraftwerke
Nach der Reaktorkatastrophe hat Japan trotz der stromtechnisch isolierten Insellage des Landes (keine Stromverbindung zu Nachbarländern) nach und nach alle verbleibenden 48 Atomkraftwerke vom Netz genommen. Zwischen September 2013 und August 2015 war Japan dann ganz ohne Atomstrom. Mit den Blöcken Sendai 1 und Sendai 2 in der japanischen Präfektur Kagoshima sind 2015 die ersten beiden AKW-Anlagen wieder hochgefahren worden. Aktuell sind von den ehemals 54 Reaktoren, die in Japan an Netz waren, neun Kernkraftwerke am Netz. Der Großteil der Atomanlagen ist weiterhin außer Betrieb. Das bemerkenswerte daran ist, dass die japanischen Kernkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rd. 50.000 Megawatt (MW) zuvor rund 30 Prozent des Stroms in Japan erzeugt haben und diese Kraftwerksleistung auf einen Schlag durch konventionelle Kraftwerke ersetzt werden konnte.

Ausbau erneuerbarer Energien in Japan - Solarleistung steigt auf 60.000 MW
Nach dem Atomunfall in Fukushima im Jahr 2011 hat die japanische Regierung den Ausbau der erneuerbaren Energien beschlossen und die Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien verbessert. Insbesondere im Photovoltaik-Sektor ist es zu einem starken Boom gekommen. Mit einer installierten Gesamtleistung von etwa 60.000 MW steht Japan heute im Länderranking hinter China und den USA auf dem dritten Platz.

Die Windenergie befindet sich derweil noch im Schatten der Solarenergie. Nach Angaben der Japan Wind Power Association waren Ende 2018 etwa 2.300 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.654 MW installiert. 2018 wurden lediglich 100 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 261 MW (2017: 162 MW) neu installiert. Im Bereich Offshore Windenergie sind keine neuen Windkraftanlagen ans Netz gegangen. Eine schwimmende 3 MW Offshore Testanlage soll Anfang 2019 den Betrieb aufnehmen. Wegen der großen Wassertiefen in japanischen Küstengebieten können bei der Offshore-Windenergie kaum herkömmliche Fundamente eingesetzt werden.


Quelle: IWR Online
© IWR, 2019


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