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11.11.2021, 10:47 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Siemens Gamesa für Mega-Offshore-Windpark-Komplex von Vattenfall ausgewählt

Zamudio, Spanien - Angesichts der weltweit wachsenden Dynamik zur fossilfreien Transformation der Energieversorgung sieht sich Siemens Gamesa trotz der aktuell angespannten Lage für die weitere Entwicklung gut aufgestellt. Punkten kann der deutsch spanische Windturbinen-Hersteller aktuell mit der Aussicht auf einen riesigen Offshore-Auftrag.

Siemens Gamesa hat von Vattenfall den Zuschlag als bevorzugter Lieferant für einen 3.600 Megawatt (MW) Offshore-Windenergie-Komplex erhalten, der in der britischen Nordsee geplant ist. In dem Projekt wird voraussichtlich die neue Offshore-Windturbine SG 14-236 DD zum Einsatz kommen. Der Anlagentyp hat eine Leistung von 14 Megawatt (MW) und kann über eine Power Boost-Option auf 15 MW hochgestuft werden.

3.600 MW Offshore-Komplex in der britischen Nordsee geplant
Siemens Gamesa wurde von Vattenfall als bevorzugter Lieferant für das 3.600 MW-Offshore-Windkraftprojekt (3,6 GW) Norfolk in Großbritannien ausgewählt. Die Vereinbarung umfasst den potenziellen Einsatz der neuen Offshore-Windturbine SG 14-236 DD inklusive eines mehrjährigen Servicevertrags. Der Offshore-Windenergie-Komplex Norfolk besteht aus den Vattenfall-Projekten Norfolk Vanguard und Norfolk Boreas, deren Standorte zwischen 47 und 72 km vor der englischen Ostküste in der Nordsee liegen. Jeder Park hat eine Kapazität von 1.800 MW. Der Vertrag zwischen Siemens Gamesa und Vattenfall steht unter dem Vorbehalt, dass die britische Regierung den Contract for Difference-Zuschlag in Runde 4 im Kalenderjahr 2022 erteilt und Vattenfall anschließend eine endgültige Investitionsentscheidung trifft.

Neue Offshore-Windturbine SG 14-236 DD mit bis zu 15 MW vorgesehen
Die neueste Siemens-Gamesa-Windturbine SG 14-236 DD basiert auf der SG 14-222 DD, verfügt aber über einen Rotordurchmesser von 236 Metern sowie Rotorblätter mit einer Länge von 115 m und einer überstrichenen Fläche von 43.500 m2. Dadurch kann die SG 14-236 DD nach Angaben von Siemens Gamesa im Vergleich zur Offshore-Windturbine SG 11.0-200 DD jährlich einen um mehr als 30 Prozent höheren Energiepertrag erzielen. Darüber hinaus kann die Leistung der Anlage über die sog. Power-Boost-Funktion auf 15 MW erhöht werden. Auf Wunsch kann die Anlage mit den neuern recycelbaren Rotorblättern von Siemens Gamesa geordert werden.

Der Prototyp der SG 14-222 DD wurde im dänischen Nationalen Testzentrum für große Windturbinen in Østerild installiert. Die endgültige Inbetriebnahme und der volle Betrieb werden noch vor Ende des Kalenderjahres 2021 erwartet. Dieser Meilenstein werde die Installation des Prototyps der SG 14-236 DD im Jahr 2022 erheblich beschleunigen, so der Windturbinenhersteller.

Siemens Gamesa: Umsatz steigt 2021 - Rahmenbedingungen belasten Rentabilität
In den von Siemens Gamesa Ende letzter Woche vorgestellten Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 (Oktober 2020 bis September 2021) haben die herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihre Bremsspuren hinterlassen. Zwar konnte Siemens Gamesa den Umsatz im Geschäftsjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr unterstützt durch ein Wachstum in den Bereichen Offshore (+ 16 Prozent) und Service (+ 9 Prozent) um 7,5 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro steigern. Die Rentabilität wurde durch den Anstieg der Rohstoffpreise und der Transportkosten, Engpässe bei bestimmten Komponenten sowie durch höhere Anlaufkosten für die Siemens Gamesa 5.X-Plattform allerdings beeinträchtigt. Per Saldo belief sich das EBIT vor PPA und vor Integrations- und Restrukturierungskosten im GJ21 auf -96 Mio. Euro, was einer Marge von minus 0,9 Prozent entspricht (GJ 2020: -2,5 Prozent). Der Nettoverlust lag insgesamt bei einem Minus -627 Mio. Euro (GJ 20: - 918 Mio. Euro).

Für 2022 erwartet Siemens Gamesa, dass die Engpässe in der Lieferkette und in der Logistik anhalten werden. In der Prognose geht das Unternehmen daher von einem Umsatzrückgang zwischen 2 Prozent und 7 Prozent und einer EBIT-Marge vor PPA und vor Integrations- und Restrukturierungskosten zwischen 1 Prozent und 4 Prozent aus.

Im Hinblick auf die weitere Entwicklung sieht sich der RENIXX-Konzern gut aufgestellt. Langfristig hält Siemens Gamesa am Ziel einer EBIT-Marge von 8 bis 10 Prozent vor PPA und vor Integrations- und Restrukturierungskosten fest, die aufgrund der aktuellen Herausforderungen voraussichtlich im Geschäftsjahr 2024 / 2025 (zuvor Geschäftsjahr 2023) erreicht wird.

Aktie nach Einbruch auf Erholungskurs
In der letzten Woche hat die Siemens Gamesa Aktie 20,2 Prozent ihres Wertes auf 18,67 Euro verloren, ist in der laufenden Handelswoche jedoch auf einen Erholungskurs eingeschwenkt. Bis gestern Abend konnte die Aktie um 18,3 Prozent auf 22,08 Euro zulegen (10.11.2021, Schlusskurs, Börse Stuttgart). Im heutigen Handel notiert das Siemens Gamesa Papier aktuell bei einem Verlust von 3,9 Prozent auf 21,21 Euro (11.11.2021, 09:54 Uhr, Börse Stuttgart).


Quelle: IWR Online
© IWR, 2021


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