09.10.2020 11:38 Uhr

Vorzeigeprojekt startet

Vorzeigeprojekt startet:Europas größter E-Auto-Ladepark eröffnet


© Tesvolt

Wittenberg, Hilden - Am Autobahnkreuz Hilden zwischen A3 und A46 in NRW öffnet heute (09.10.2020) der derzeit größte Ladepark in Europa für Elektrofahrzeuge.

Im ersten Bauabschnitt des „Seed & Greet“-Ladeparks wurde 44 der vorgesehenen 114 Ladeplätze fertiggestellt. An derzeit 28 Schnellladeplätzen von Fastned und Tesla können Elektrofahrzeuge ihren Akku mit einer Ladeleistung von bis zu 250 Kilowatt (kW) aufladen. Weitere vier öffentliche Ladeplätze mit einer Ladeleistung von bis zu 22 kW und zwölf Ladeplätze mit 7 kW für Mitarbeiter und Mieter stellt der Ladepark-Betreiber zur Verfügung. Während des Ladevorgangs können Autofahrer ab sofort auch das 150 qm große Café-Bistro mit Bio-Backstube nutzen.

Alle Ladeplätze werden zu 100 Prozent mit grünem Strom versorgt. Dafür sorgen eine 336 kW PV-Anlage sowie zwei Batteriespeicher-Container des Wittenberger Herstellers Tesvolt. Diese speichern einerseits den Strom aus der PV-Anlage und zwei kleinen Windkraftanlagen, um teure Lastspitzen zu kappen, die beim Laden von Elektroautos entstehen würden. Sie speichern aber auch grünen Strom aus dem Netz, wenn er besonders günstig ist und entlasten das Stromnetz, wenn mehr Strom im Netz ist als abgenommen wird.

Der zweite Bauabschnitt ist für Ende dieses Jahres geplant, dann sollen alle Schnellladestationen stehen und die Solaranlage auf eine Gesamtleistung von über 700 kWp erweitert werden. Bis Ende 2022 soll der fünfstöckige Gebäudekomplex fertig sein, der neben dem Seed & Greet Café-Bistro verschiedenen Büromietern Platz bieten wird. Zwischen den beiden Gebäuderiegeln wird sich dann auch ein vertikales Gewächshaus befinden, das sich auf 1.000 qm über vier Stockwerke erstreckt. Hier werden Salat, Erdbeeren und Blaubeeren für den Bedarf der Bäckerei kultiviert.

„Ich hoffe, dass die EEG-Novelle solche Projekte in Zukunft nicht ausbremst. Mehrere Leute haben mich angesprochen, sie würden gern ein ähnliches Projekt ins Leben rufen. Sollte die EEG-Novelle die Eigenstromnutzung weiter begrenzen, würden Nachahmer aber buchstäblich ausgebremst“, so Roland Schüren, Bio-Bäckermeister und Betreiber des Ladeparks. „Deutschland und Europa brauchen nicht nur mehr E-Mobilität, sondern vor allem mehr E-Mobilität mit Strom aus erneuerbaren Energien“, so Schüren weiter.

Quelle: IWR Online
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Themen
Energiewende, Verkehrswende, Elektromobilität, Ladenetz, Seed & Greet Ladepark, Elektrofahrzeuge