21.06.2012, 10:17 Uhr

Magazin Capital zweifelt an Seriosität von Prokon

Hamburg - Das Wirtschaftsmagazin Capital hat in einer Mitteilung Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells von Prokon zum Ausdruck gebracht. Große Teile der zuletzt ausgewiesenen Gewinne des Anbieters ökologischer Geldanlagen stammen demnach aus außerordentlichen Erträgen sowie Binnengeschäften. Ein von Capital in Auftrag gegebenes Bilanzgutachten des Instituts für Wirtschaftsprüfung der Universität des Saarlandes kommt nach Angaben des Blattes zu dem Schluss, es bestünden Zweifel, ob es sich bei Prokon um ein seriöses Unternehmen handelt. Das Unternehmen, welches in der Windenergie- und Bioenergiebranche aktiv ist, hat bei knapp 50.000 Investoren mehr als 860 Millionen Euro über Genussrechte eingesammelt, die Umsätze lagen nach Angaben von Prokon im Jahr 2011 bei rd. 493 Mio. Euro, das EBITDA erreichte rd. 83 Mio. Euro.

Erhebliche Zweifel aufgrund nicht saldierter interner Geschäfte

Capital kritisiert, dass Prokon seit Jahren keinen Konzernabschluss vorlege, in dem sämtliche Geschäfte auch innerhalb der Firmengruppe saldiert werden. Daher sei nicht klar erkennbar, wie profitabel das Unternehmen ohne die Berücksichtigung von außerordentlichen Erträgen aus Zuschreibungen und firmeninternen Geschäften arbeitet. Demnach errichtet z.B. eine Tochtergesellschaft für die andere mit hohen internen Profiten Windenergieanlagen, die in der Prokon-Bilanz als Gewinn ausgewiesen würden, noch bevor die Anlage ans Netz gehe. Prof. Dr. Michael Olbrich von der Universität des Saarlandes zieht in seinem Bilanzgutachten nach Angaben von Capital den Schluss, dass die schwachen Winderlöse, die geringe Transparenz des Unternehmens und die Risiken in der Wertschöpfungskette der Prokon-Gruppe "erhebliche Zweifel am Geschäftsmodell sowohl der Gruppe insgesamt als auch der Genussrechtsgesellschaft" wecken.

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