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30.04.2013, 14:52 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Weiteres Rekordtief: Strompreis für 2017 fällt erstmals unter 4-Cent-Marke

Münster – Die Preise an der Strombörse fallen trotz des Atomausstiegs immer weiter. Gestern wurde am Terminmarkt eine weitere Preisgrenze nach unten durchbrochen. Stromhändler und Großabnehmer, die schon heute Grundlaststrom für das gesamte Jahr 2017 einkaufen, bezahlten gestern (29.04.2013) nur noch 3,995 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das ist ein neuer Preis-Tiefststand für die Stromlieferung im Jahr 2017. Großabnehmer und die Industrie zahlen für Grundlaststrom zur Lieferung für das Jahr 2017 derzeit genauso viel wie sie für den Strom im Jahr 2005 bezahlt haben.

Strompreise für Jahreslieferung 2015 und 2016 schon seit Anfang April unter 4 Cent
Erst am 10. April 2013 waren die Preise für die Lieferung von Grundlaststrom in den Jahren 2015 und 2016 erstmals unter die 4-Cent-Marke gerutscht. Mittlerweile werden die Stromkontrakte bereits zu Preisen unter 3,9 Cent pro kWh gehandelt.

Zu viel Strom in Deutschland – Ausbautempo der erneuerbaren Energien unterschätzt
Wurden nach dem Atomausstieg im Jahr 2011 noch eine große Stromlücke und drastisch steigende Strompreise befürchtet, so ist genau das Gegenteil eingetreten. Eine geringere Stromnachfrage und der steigende Anteil erneuerbarer Energien haben die vermeintliche Stromlücke durch den Ausfall von acht Atomkraftwerken bereits innerhalb von zwei Jahren kompensiert. Zeitgleich treffen im Jahr 2013 neue Kohle- und Gaskraftwerke mit einer Rekordleistung auf einen gesättigten Markt und drücken die Preise weiter. "Die Stromversorger haben das Ausbautempo der erneuerbaren Energien völlig unterschätzt und überschwemmen den Markt zusätzlich mit neuen konventionellen Kraftwerken", sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch. Die Folge ist ein Rekord- Exportüberschuss in Höhe von 23 Milliarden kWh im Jahr 2012, der in den nächsten Jahren noch weiter ansteigt. Selbst die Abschaltung der nächsten zwei Atomkraftwerke im Jahr 2015 (Grafenrheinfeld) und 2017 (Gundremmingen B) sind schon eingepreist.


Hintergrund

Am Terminmarkt der Strombörse werden längerfristige Stromeinkäufe getätigt. Stromhändler und Großabnehmer können schon heute Strom zur Lieferung für die nächsten Jahre einkaufen. Am Spotmarkt werden dagegen kurzfristige Stromkontingente gehandelt (selbigerTag oder für den nächsten Tag).

Weitere Nachrichten und Informationen zum Thema
Energiepolitik: Aus für die Strompreisbremse
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© IWR, 2013







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