IWR-Start | News | Windenergie | Offshore Windenergie | Solarbranche | Bioenergie | Energiejobs | Intern.

Top 50 Firmen | RENIXX World | Politik | Termine | Messen | Newsletter | | |
 
10.07.2014, 10:58 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Studie: Deutsche Industrie zahlt nur 4,8 Cent pro Kilowattstunde für Strom

Berlin / Münster - An der Strombörse konnte man den Rückgang der Strompreise für die Industrie schon seit längerer Zeit beobachten. Jetzt kommt eine neue Studie zu dem Ergebnis, dass die Industrie deutlich weniger für den Strom bezahlt als gedacht.

Die häufig verbreitete Behauptung, die Strompreise für die Industrie seien in Deutschland im internationalen Vergleich besonders hoch, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Für die energieintensive Industrie lag der Strompreis 2013 demnach nur bei 4,8 Cent je Kilowattstunde (kWh) und damit deutlich unter den von Eurostat veröffentlichten Werten. Die Statistikbehörede hatte u.a. die EEG-Umlage nicht richtig angesetzt. Die Studie wurde vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) erstellt.

Eurostat weist zu hohe Strompreise aus - EEG-Umlage viel zu hoch angesetzt

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Industrie-Strompreise für die verschiedenen Branchen stark auseinanderklaffen und Teile der deutschen Industrie in den Genuss sehr günstiger Stromkosten kommen. Die FÖS-Wissenschaftler stellen heraus, dass die gängigen Statistiken des europäischen Statistikamtes Eurostat die tatsächlichen Industriestrompreise in Deutschland deutlich zu hoch ausweisen. So geht Eurostat von einem Durchschnittspreis für Großverbraucher von 10,6 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2013 aus (ohne Strom- und Mehrwertsteuer). Tatsächlich zahlten stromintensive Betriebe, die von umfangreichen Ausnahmen und Vergünstigungen bei Steuern, Abgaben und Umlagen in Deutschland profitieren, 2013 für ihren Strom im Durchschnitt aber nicht 10,6 Cent, sondern lediglich 4,8 Cent je kWh. Das ist weniger als die Hälfte des Eurostat-Wertes. Eurostat hatte insbesondere die durchschnittliche EEG-Umlage mit rund 4 Cent je Kilowattstunde zu hoch angesetzt.

Strompreise werden weiter sinken

Und der Trend der sinkenden Strompreise soll sich weiter fortsetzen. Im laufenden Jahr 2014 wird der genannte Wert von 4,8 Cent nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Börsenstrompreise voraussichtlich auf bis zu 4,1 Cent je kWh sinken. Zudem bilden die Eurostat-Daten nur den Fremdstrombezug ab – der von vielen Abgaben und Umlagen befreite Eigenstrom wird nicht erfasst. Auch Daten des deutschen Statistikamtes Destatis zu den tatsächlichen Stromkosten unterschiedlicher Branchen weisen eine sehr große Bandbreite auf.

Strompreis für energieintensive Industrie in Deutschland nicht höher als in den USA
Damit sind laut Studie auch in den USA die Strompreise für die energieintensive Industrie nicht niedriger als in Deutschland. Im Durchschnitt zahlten diese Unternehmen in den Vereinigten Staaten 2012 durchschnittlich 5,2 Cent je Kilowattstunde, in Deutschland 4,8 Cent. In den USA unterscheiden sich die Strompreise von Bundesstaat zu Bundesstaat sehr deutlich. Deshalb wählten die FÖS-Wissenschaftler zwei Bundesstaaten aus, die eine ähnliche Industriestruktur haben wie Deutschland: Texas und Pennsylvania. Dort zahlten Industriekunden 3,7 bis 5,4 Cent und 5,7 bis 7,0 Cent je Kilowattstunde. Deutschland konnte mit 4,8 Cent also sehr gut mithalten. Und weil die Stromerzeugung aus Gas in den USA teurer wird, spricht der Trend für Deutschland.

Industrie-Strompreise in Deutschland sinken seit Jahren
Die Talfahrt der Strompreise in Deutschland hält unvermindert an. Nach der Stilllegung von acht deutschen Atomkraftwerken sind entgegen den meisten Prognosen die Strompreise nicht deutlich gestiegen, sondern um knapp die Hälfte gesunken. Noch kurz nach dem Reaktorunfall in Fukushima im Jahr 2011 musste an der Strombörse für Grundlaststrom deutlich über 6 Cent je kWh bezahlt werden. Für das Lieferjahr 2017 können Großabnehmer und die Industrie heute ihren Strom am Terminmarkt für aktuell nur noch 3,2 Cent pro kWh einkaufen. Das sind die niedrigsten Strompreise seit über zehn Jahren. Zum Vergleich: im Spitzenjahr 2008 musste die Industrie den Strom noch für bis zu 9,5 Cent pro kWh einkaufen.

Diesen Trend bestätigt auch der Strompreis-Index der Industrie. Dieser Index wird vom Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) herausgegeben und hat im Juli 2014 mit 129,67 Punkten erstmalig seit April 2005 erstmalig wieder unter 130 Punkten. Seit September 2002 veröffentlicht der VIK diesen Strompreisindex für Mittelspannungskunden in Industrie und Gewerbe.

Weitere Nachrichten und Informationen zum Thema:

Entwicklung der Börsen-Strompreise am Spotmarkt und Terminmarkt seit 2007
Börsen-Strompreise ziehen im Juni moderat an
Seit Fukushima: Deutsche Strompreise sinken um 50 Prozent
Zum VIK-Strompreisindex
5. Fachtagung - Möglichkeiten der Vermarktung von Strom aus KWK-Anlagen
© IWR, 2014







Meldung drucken | E-Mail: Artikel empfehlen
 

IWR-Newsticker Erneuerbare Energien:
Anzeige


Firma   -im Profil-



Produkte   -Anzeige-
29.07.2016 - Volle Offshore-Windenergie-Pipeline in Europa
29.07.2016 - Taiwanesische Solarmodule für Hollands größtes Dachprojekt
29.07.2016 - RENIXX etwas leichter: Nordex Schlusslicht trotz Analystenlob – Vestas und SMA größte Gewinner
29.07.2016 - Solarworld gibt Gewinnwarnung heraus
29.07.2016 - Erste Turbine im Offshore-Windpark Sandbank errichtet
29.07.2016 - Analysten beklatschen Nordex-Zahlen
29.07.2016 - Einmaleffekte belasten Österreichs Wasserkraft-Spezialisten Verbund
29.07.2016 - RENIXX-Check: Abwärts – Zahlen bei Gamesa, Nordex und Verbund - Solaredge und Trina Solar am Indexende
29.07.2016 - EDF trifft finale Investitions-Entscheidung für Hinkley Point C
29.07.2016 - Energieeffizienz unzureichend - DUH und BUND reichen EU-Beschwerdeverfahren ein
 
Strom-News
29.07.2016 - RENIXX etwas leichter: Nordex Schlusslicht trotz Analystenlob – Vestas und SMA größte Gewinner
29.07.2016 - Erste Turbine im Offshore-Windpark Sandbank errichtet
29.07.2016 - Einmaleffekte belasten Österreichs Wasserkraft-Spezialisten Verbund
29.07.2016 - EDF trifft finale Investitions-Entscheidung für Hinkley Point C
28.07.2016 - EDF entscheidet über Atomprojekt Hinkley Point C
28.07.2016 - Windenergie: Rekordzubau im ersten Halbjahr 2016
 
Verband-News
29.07.2016 - Volle Offshore-Windenergie-Pipeline in Europa
29.07.2016 - Energieeffizienz unzureichend - DUH und BUND reichen EU-Beschwerdeverfahren ein
28.07.2016 - Windenergie: Rekordzubau im ersten Halbjahr 2016
28.07.2016 - Solarworld: Photovoltaik in Deutschland rechnet sich wieder
27.07.2016 - Zu viele alte Heizungen - keine Wärmewende in Sicht
25.07.2016 - Neues EEG: Bioenergie-Branche ist unzufrieden

 

Business- und Wirtschaftsthemen Erneuerbare Energien

  

Suche in IWR - Newsticker Original-Pressemitteilungen Produkte Firmenprofile



© IWR - Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien
Energie Business Verbund
Presse IWR-Pressedienst.de | Marketing Firmen | Stellen Energiejobs.de | Messen Energiekalender.de |
Energiethemen- und Branchenverbund
iwr.de |Windbranche.de | Offshore-Windenergie | ISolarbranche.de | Bioenergie-Branche |Solardachboerse.de |RenewablePress.com | RenewableEnergyIndustry | Windindustry | Offshore-Windindustry | Energiefirmen | Energiespeicher | Energieeffizienz

 
>> zurück
 
Home-IWREnglishWindenergieSolarenergieWasserkraftBioenergieGeoenergieEmail/Kontakt