29.07.2014, 17:33 Uhr

Bestätigt: Erneuerbare Energien erreichen neuen Rekordwert

Berlin – Anfang Juli hatte bereits eine erste Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) ergeben, dass die erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2014 erstmals die wichtigste Strom-Erzeugungsquelle in Deutschland waren. Nun bestätigt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Regenerativen als neue Nummer eins, auch wenn die Zahlen ein wenig variieren.

Auch die BDEW-Zahlen sind vorläufig: Danach ist der Anteil der regenerativen Energien am Brutto-Inlandsstromverbrauch im ersten Halbjahr 2014 auf 28,5 Prozent gestiegen. Im ersten Halbjahr 2013 lag der Anteil der regenerativen Energien am Brutto-Inlandsstromverbrauch noch bei 24,6 Prozent. Nach den ISE-Zahlen lag der Anteil der Erneuerbaren bei 31 Prozent.

Wind- und Solarstrom legen um jeweils mehr als 20 Prozent zu

Wie der BDEW mitteilt, konnte die Stromerzeugung aus Windenergieanlagen in der ersten Jahreshälfte um 21,4 Prozent auf 31 Milliarden Kilowattstunden (kWh) zulegen. Photovoltaikanlagen produzierten 18,3 Mrd. kWh und legten damit um 27,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Auch die Biomasse verbuchte ein Plus von 5,2 Prozent. Diese Anlagen erzeugten in der ersten Jahreshälfte rund 22 Mrd. kWh. Die Erzeugung aus konventionellen Anlagen ist nach BDEW-Zahlen zu großen Teilen rückläufig: Der Anteil von Erdgas an der Brutto-Stromerzeugung im ersten Halbjahr 2014 ging erneut zurück auf aktuell 9,8 Prozent (1. Hj. 2013: 11,4). Steinkohlekraftwerke trugen voraussichtlich 18 Prozent (19,7) bei. Kernenergie kam auf einen Anteil an der Stromerzeugung von 15,4 Prozent (15,1). Der Anteil von Braunkohlekraftwerke ist mit 25,1 Prozent (25,3) nahezu konstant geblieben. In absoluten Zahlen liegt die Brutto-Stromerzeugung in der ersten Jahreshälfte bei 308 Mrd. kWh (2013: 320 Mrd. kWh). Auf die erneuerbaren Energien entfallen dabei rechnerisch etwa 88 Mrd. kWh. Nach der Auswertung von Fraunhofer ISE Dabei erzeugten Braunkohlekraftwerke rund 77 Mrd. Kilowattstunden (kWh) (81), Steinkohlekraftwerke rund 56 (63) und Erdgaskraftwerke rund 30 Mrd. kWh (36). Kernkraftwerke erzeugten in den ersten sechs Monaten des Jahres etwa 47 Mrd. kWh (48).

Verbrauch sinkt vor allem wegen milder Witterung

Strom- und Gasverbrauch sind dabei im ersten Halbjahr 2014 rückläufig: Der Erdgasverbrauch sank im ersten Halbjahr 2014 um fast 20 Prozent auf 445,7 Mrd. kWh (1. Hj. 2013: 555,5 Mrd. kWh). Ausschlaggebend dafür war die im Vergleich zum kalten ersten Halbjahr 2013 wärmere Witterung in 2014. Ein Produktionsrückgang in der chemischen Industrie habe diese Entwicklung laut BDEW verstärkt. Temperaturbereinigt sank der Erdgasverbrauch um knapp sieben Prozent.

Der Stromverbrauch ging im selben Zeitraum um fünf Prozent auf 268 Mrd. kWh (2013: 282) zurück. Hauptgrund für diesen Rückgang war ebenfalls die milde Witterung.

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