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14.01.2016, 11:11 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

BEE: Kohleausstieg nur mit erneuerbaren Energien

Berlin/Aachen – Für einige Politiker und Institutionen geht es beim Ausstieg aus der Kohleenergie in Deutschland nur noch um das "Wie". Das Berliner Energiepolitik-Institut Agora Energiewende hat zu Jahresbeginn einen konkreten Fahrplan für den Kohleausstieg vorgelegt. Nun schaltet sich auch die regenerative Energiebranche in die Diskussion ein.

Agora Energiewende plädiert für einen „Runden Tisch Nationaler Kohlekonsens“ und legt einen Plan für den Kohleausstieg bis 2040 vor. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) betont nun, dass der Kohlestrom zügig durch erneuerbare Energien ersetzt werden müsse. Der Solarenergie-Förderverein hält den angestrebten „Ausstieg im Konsens“ jedoch für falsch.

BEE: Geordneten Ausstieg aus der Kohleverstromung jetzt einleiten
Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE, erklärte: „Wenn man den UN-Klimavertrag von Paris ernst nimmt, müssen wir jetzt einen geordneten Ausstieg aus der Kohleverstromung einleiten. Der Kohlestrom kann und muss zügig durch saubere erneuerbare Energien ersetzt werden. Die Eckpunkte für einen nationalen Kohlekonsens, die Agora Energiewende heute in Berlin vorgestellt hat, sehen einen Kohleausstieg bis 2040 vor. Bei einem vollständigen Ausstieg aus der Kohle müsste der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix im Jahr 2040 bei 93 Prozent liegen. Berücksichtigt sind dabei ein gestiegener Strombedarf durch Elektromobilität und erneuerbare Wärme sowie ein gleichbleibender Anteil an Erdgas. Für eine vollständige Dekarbonisierung wären 100 Prozent Erneuerbare Energien im Jahr 2040 nötig – und zu fairen Preisen technisch möglich."

Angesichts der historischen Einigung beim Klimagipfel von Paris wäre ein völlig falsches Signal, den Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor bei 45 Prozent im Jahr 2025 zu deckeln, so Falk weiter. Dies sähen aber die Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums für das EEG 2016 vor. Die Bundesregierung habe die Ergebnisse der G7 in Elmau und der Klimakonferenz von Paris maßgeblich geprägt. Nun sei sie gefordert, diese auf der nationalen Ebene auch zügig umzusetzen, fordert der BEE-Geschäftsführer.

Solarenergie-Förderverein: Fossile Stromwirtschaft will Garantien für ihren Weiterbestand

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. hält den Vorschlag von Agora Energiewende allerdings für „vergiftet“. Der Förderverein ist der Auffassung, dass die fossile Stromwirtschaft vertragliche bindende Garantien für ihren Weiterbestand erreichen möchte, bevor unter dem Druck des Klimawandels und der öffentlichen Meinung wirkungsvolle Beschlüsse zum schnelleren Umstieg gefasst werden. „Eine Entkarbonisierung im Konsens mit der Fossilwirtschaft wäre ein Saufgelage zum Abschied aus der Alkoholabhängigkeit“, heißt es. Der Klimawandel lässt sich nur durch Umstieg auf CO2-freie Technik bremsen. Es gilt: Nur Speicher, Wind und Sonnenstrom ersetzen Kohle und Atom, so der Solarenergie-Förderverein aus Aachen.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

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