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17.03.2016, 08:13 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Offshore-Windenergie: EU lässt Vernetzung der Nordsee erforschen

Brüssel/Hamburg – In dem neuen EU-Forschungsprojekt sollen 34 Institute und Unternehmen vier Jahre lang Schlüsseltechnologien im Bereich der Hochspannungs-Gleichstromübertragungstechnologie (HGÜ) ermitteln und entwickeln. Ziel ist stromtechnische Vernetzung der Nordsee-Anrainerstaaten inklusive der Offshore-Windparks.

Ein vermaschtes Offshore-Stromnetz würde den europäischen Strommarkt in finanzieller, technischer und umwelttechnischer Hinsicht erheblich stärken. Die positiven Effekte sollen nun im Rahmen des EU-Forschungsprojektes Promotion (Progress on Meshed HVDC Offshore Transmission Networks) ermittelt werden.

Fünf deutsche Partner im Konsortium
Aus Deutschland ist neben der Stiftung Offshore-Windenergie auch Siemens, die Deutsche WindGuard GmbH, die RWTH Aachen und die Forschungsgemeinschaft für Elektrische Anlagen und Stromwirtschaft e.V. (FGH) im Projektkonsortium mit dabei. Ziel ist die Entwicklung und Realisierung von verschiedenen technischen Demonstrationssystemen für HGÜ-Netztechnik wie beispielsweise Diodengleichrichtereinheit (DER), Erprobung von HGÜ-Leistungsschaltern sowie von speziellen HGÜ-Gleichrichter- und Schutzsystemen. Darüber hinaus sollen Vorschläge für regulatorische und finanzielle Rahmenbedingungen im Rahmen einer Roadmap entwickelt werden, die eine koordinierte Planung zum Aufbau eines integrierten europäischen Offshore-Stromnetzes ermöglichen

Hohe Anteile erneuerbaren Stroms ins Netz integrieren

Derzeit kämpft die HGÜ-Technologie noch mit mit hohen Kosten für die Konvertertechnologie, fehlenden technischen Standards sowie mangelnder Erfahrung mit elektrotechnischen Schutz- und Sicherheitssystemen. Zusätzlich gibt es noch Defizite bei den gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen auf nationaler und auf europäischer Ebene. Diese Herausforderungen müssten überwunden werden, um den Aufbau einer grenzüberschreitenden Offshore-Netzinfrastruktur zu starten.

Elisabeth Harstad, Noch-CEO DNV GL – Energy, erklärte: „Die Verknüpfung von neuen HGÜ-Technologien mit bestehenden Systemen ist wichtig, um hohe Anteile Erneuerbaren Stroms ins Netz zu integrieren und ein zukünftiges Stromnetz bezahlbar, zuverlässig und nachhaltig zu gestalten. Mit seiner 90jährigen Erfahrung im Bereich Energiesysteme, bei Erneuerbaren Energien und bei der Leitung großer Industrieprojekte wird der DNV GL dieses wichtige Projekt zusammen mit dem Konsortium erfolgreich umsetzen.“

40 Millionen Euro für HGÜ-Vernetzungsprojekt
Promotion wird im Rahmen des europäischen Forschungsprograms „Horizont 2020“ im Zeitraum von Januar 2016 bis Dezember 2019 gefördert. An dem Forschungsprojekt nehmen 34 Partner aus elf europäischen Staaten teil. Die Partner kommen aus der herstellenden Industrie, von Netzbetreibern, Offshore-Windparkbetreibern und Investoren sowie aus der Forschung, Netzwerken und gemeinnützigen Organisationen. Die Europäische Kommission fördert das Projekt mit knapp 40 Mio. Euro und ist damit das bisher größte Energieforschungsprojekt unter dem R&D Programm „Horizon 2020“.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

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