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13.04.2017, 15:14 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

AKW Grohnde mit verminderter Leistung wieder am Netz

Berlin – Das niedersächsische AKW Grohnde ist nach eineinhalb Monaten wieder am Netz. Bei der Revision des Meilers waren auch, wie beim AKW Brokdorf, auffällige Oxidationsschichten an den Brennelementen untersucht worden. Wegen dieses Rostbefalls steht das AKW Brokdorf weiterhin still.

Nach dem Wiederhochfahren des Atomkraftwerks(AKW) Grohnde sind deutschlandweit weiterhin drei der verbleibenden acht Atomkraftwerke (AKW) vom Netz. Bei zwei Atommeilern ist noch kein Neustarttermin bekannt.

AKW Grohnde nach Revision mit geminderter Leistung wieder am Netz
Wie das Umweltministerium mitteilt ist das niedersächsische AKW Grohnde nach Revision seit Mittwoch (12.04.2017) wieder am Netz. In der Anfang März 2017 begonnenen Revision waren 60 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt worden. Dabei wurde auch die Dicke der Oxidationsschicht auf den Brennelemente überprüft. Auslöser hierfür waren ungewöhnliche Rostschichten im bauähnlichen AKW Brokdorf in Schleswig-Holstein, in dem die Brennelemente schneller und an anderen Stellen als erwartet rosten. Da die Ursache hierfür noch ungeklärt ist, hatte die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein dem Betreiber die Neubeladung des Kerns in Brokdorf bis auf weiteres untersagt.

Die Überprüfung der Oxidbildung der Brennelemente im AKW Grohnde ergab laut Umweltministerium jedoch keine Überschreitungen der Oxidschichtdicken. Dennoch hat sich der Betreiber bereit erklärt, im kommenden Zyklus die Leistung des AKW auf 95 Prozent zu reduzieren, um die Sicherheitsmargen weiter zu erhöhen.

Drei von acht deutschen Atomkraftwerken stehen weiterhin still
Nach dem Neustart des AKW Grohnde sind derzeit weiterhin drei der acht verbleibenden Atommeiler in Deutschland wegen Wartungsarbeiten oder technischer Mängel vom Netz. Vor der Nuklear-Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 wurden angeblich alle 17 deutschen Atomkraftwerke für die Versorgungssicherheit benötigt.

Die drei abgeschalteten Kraftwerke verfügen über eine Bruttoleistung von gut 4300 MW. Zuletzt wurde das AKW Neckarwestheim II in Baden-Württemberg zum planmäßigen Brennelementewechsel abgeschaltet. Das Kraftwerk Philippsburg II steht bereits seit Dezember 2016 still, nachdem Schäden an zwei von vier Notspeisesystemen festgestellt wurden. EnBW wollte das Kraftwerk eigentlich Ende März wieder in Betrieb nehmen, doch die Untersuchungen laufen derzeit noch, wie das Umweltministerium von Baden-Württemberg auf Anfrage von IWR Online mitteilt. Einen neuen Termin für das Wiederanfahren des Kraftwerks gibt es noch nicht. Auch für Brokdorf gibt es bislang keinen Neustarttermin.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2017

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