14.06.2017, 12:08 Uhr

Photovoltaik: Ackerflächen-Projekte sorgen für weiter sinkende Zuschlagswerte

Bonn - Die Bundesnetzagentur hat im Rahmen der Ausschreibung für Solaranlagen heute 32 Gebote mit einem Gebotsumfang von 201 Megawatt bezuschlagt. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert ist deutlich gegenüber der letzten Runde gesunken.

Während bei der letzten Ausschreibungsrunde das niedrigste Angebot noch bei 6,00 Cent/Kilowattstunde (ct/kWh) lag, betrug nun der höchste Zuschlagswert 5,9 ct/kWh. In dieser Runde waren zum ersten Mal seit einem Jahr Gebote auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten in Bayern und Baden-Württemberg zugelassen, die für besonders günstige Angebote sorgten.

Acker- und Grünlandflächen in Bayern und Baden-Württemberg im Rennen

"Die Tatsache, dass Gebote für Projekte auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten abgegeben werden können, hat zu deutlich gesunkenen Zuschlagswerten geführt", sagte Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert sank im Vergleich zur Vorrunde um 0,9 ct/kWh auf 5,66 ct/kWh (Vorrunde 6,58 ct/kWh). "Eine so deutliche Senkung des Preisniveaus hat es seit Beginn der Ausschreibungen noch nicht gegeben und ist ein deutliches Zeichen für den durch die Erweiterung der Flächenkulisse gewachsenen Wettbewerb", ergänzte Franke.

Bisher haben aber nur Bayern und Baden-Württemberg eigene Verordnungen auf der Grundlage der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) enthaltenen Länderöffnungsklausel in Bezug auf Anlagen auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten verabschiedet. Damit erleichtern die Bundesländer die Standortwahl für ebenerdig errichtete Solarparks.

124 von 200 Megawatt auf Acker- und Grünlandflächen bezuschlagt

Von den Geboten, die einen Zuschlag erhalten haben, bezogen sich 19 in einem Umfang von 124 Megawatt auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten.18 dieser Gebote beziehen sich auf Projekte in Bayern, nur eines auf ein Projekt in Baden-Württemberg. Das Kontingent für solche Projekte in diesen Bundesländern ist für dieses Jahr noch nicht ausgeschöpft.

Insgesamt sind in der jüngsten Ausschreibungsrunde nun 133 Gebote für die Juni-Ausschreibungsrunde bei der Bundesnetzagentur eingegangen. Davon beziehen sich 52 auf Acker- und Grünflächen in benachteiligten Gebieten. "Die deutliche Zunahme an eingereichten Geboten gegenüber den 76 Geboten der Vorrunde ist damit wahrscheinlich auf die Erweiterung der Flächenkulisse zurückzuführen", so Franke weiter. Insgesamt wurden Projekte mit einem Volumen von 646 Megawatt geboten, das Ausschreibungsvolumen von 200 Megawatt war damit erneut mehrfach überzeichnet. Es mussten 17 Gebote ausgeschlossen werden, da sie die Teilnahmevoraussetzungen nicht erfüllten.

Die erfolgreichen Bieter werden über den Zuschlag informiert und müssen eine finanzielle Zweitsicherheit stellen, da der Zuschlag ansonsten erlischt. Die Frist hierzu läuft bis zum 3. Juli 2017, so die Netzagentur.

Quelle: IWR Online

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