30.10.2017, 11:20 Uhr

Größter Wald-Windpark in Bayern eröffnet

Regensburg/Raitenbuch/Schernfeld – Bayerns größter Wald-Windpark läuft. Bayernd Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) hat den Windpark an der Grenze von Mittelfranken und Oberbayern offiziell in Betrieb genommen.

Initiator dieses Windenergie-Projektes ist die Max Bögl Ostwind GmbH (MBO), die das Vorhaben auch als Leuchtturmprojekt der dezentralen Energiewende bezeichnet. Auch im Süden Deutschlands könne die Windenergie erfolgreich genutzt werden, so das Joint Venture des Windenergie-Spezialisten Ostwind und des Bauunternehmens Max Bögl.

53 MW Windenergie vor allem in Bayerischen Staatsforsten

Das neue Wald-Windprojekt ist überwiegend auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten realisiert worden. Es umfasst den Windpark Reichertshüll im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit elf Nordex-Anlagen und den Windpark Workerszeller Forst im Landkreis Eichstätt mit weiteren fünf Nordex-Turbinen. Zusammen kommen die insgesamt 16 Windturbinen des Typs Nordex N131 mit jeweils 3,3 Megawatt (MW) Leistung auf 52,8 MW. Laut MBO-Geschäftsführer Dr. Rolf Bungart ist dies „ein einzigartiges Gemeinschaftswerk, das zwei benachbarte Gemeinden, Landkreise und Regierungsbezirke in der Umsetzung der regionalen Energiewende vereint.“

Umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen

Michael Bögl, ebenfalls Geschäftsführer bei MBO, erklärte: „Mit den hier realisierten Windkraftanlagen entsteht ein moderner und leistungsstarker Park, der die Region zukünftig mit sauberer Energie versorgt und damit ein positives Signal für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern setzt.“ Der neue Wald-Windpark soll pro Jahr rund 107 Millionen Kilowattstunden (kWh) Windstrom erzeugen und damit rechnerisch über 38.000 Haushalte versorgen. Ein umfangreiches Begleitprogramm an ökologischen Ausgleichsmaßnahmen und Ersatzzahlungen war mit dem Projekt verbunden: Pro Anlage wurden rund 170.000 Euro in Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen investiert.

Signifikante Nutzung der Windenergie nicht mehr möglich

Bedauerlich sei, so MBO-Geschäftsführer Jörg Zinner, dass das zu den größten Erneuerbaren-Energien-Kraftwerken des Landes zählende Vorhaben aufgrund der 10H-Regelung und des neuen EEG 2017 für absehbare Zeit das letzte bayerische Windprojekt dieser Dimension bleibe. „Beide Regelungen sorgen dafür, dass eine signifikante Nutzung der Windenergie derzeit leider nicht mehr möglich ist. Beides gehört deshalb nochmals auf den Prüfstand“, appellierte Zinner.

Quelle: IWR Online

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