Grüner Strom Label führt Gütesiegel für Biogas ein
Bonn - Der Grüner Strom Label e.V. (GSL) hat zum 1. Juni 2013 ein Gütesiegel für Biogas eingeführt. Das Grünes Gas Label (GGL) garantiert dem Kunden, dass das Biogas unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen oder Reststoffen gewonnen wird, die ökologisch verträglich erzeugt und in regionalen Wirtschaftsstrukturen bereitgestellt werden. Rosa Hemmers, GSL-Vorsitzende, erläutert: "Nachhaltigkeit ist bei Biogas ein sehr komplexes Thema. Ein unabhängiges Siegel schafft Transparenz. Es gibt den Kunden Sicherheit und den Anbietern ein Merkmal an die Hand, mit dem sie ihr Produkt von weniger ökologisch ausgerichteten Angeboten erfolgreich abheben können."
Keine Gentechnik und keine Monokulturen, Anbau in der Region
Das Grünes Gas Label erhalten nur Gasprodukte, bei denen die Produktion, die Verwendung und der Vertrieb des Biogases den Anforderungen eines anspruchsvollen Kriterienkatalogs entsprechen. So fällt darunter der Verzicht auf die Nutzung gentechnisch veränderter Organismen oder die Vermeidung von Monokulturen beim Anbau der Substrate. Ferner soll der Anbau nahe dem Verwertungsort angebaut werden, um weite Transporte und unnötige Emissionen zu vermeiden, mit dem Nebeneffekt der Stärkung der ländlichen Räume - strukturell, finanziell und auch das Bemühen der Kommunen und Kreise um einen effektiven Umwelt- und Klimaschutz.
Fraunhofer UMSICHT liefert Bewertungssystem
Alle Kriterien sind laut GSL in enger Abstimmung mit Experten aus Landwirtschaft, Energie- und Abfallwirtschaft und Naturschutzverbänden festgelegt worden. Jeder Labelnehmer verpflichtet sich, die Produktkette bis zurück zum Rohstoff exakt zu dokumentieren. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT hat ein belastbares Bewertungssystem für Hersteller, Lieferanten und Energieversorger entwickelt. Erst nach Erreichen einer oberen Bewertungsstufe dürfen Unternehmen das Grünes Gas Label führen und in der Kundenansprache einsetzen.
© IWR, 2013