07.11.2014, 08:31 Uhr

Brasilien will Photovoltaik-Wertschöpfung komplett abdecken – ZSW prüft

Stuttgart – Der brasilianische Bundesstaat Paraná im Süden des Landes will zukünftig alle Produktionsschritte zur Herstellung von Solarmodulen vor Ort verankern. Ob das eine gute und machbare Idee ist, soll aber zunächst das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Stuttgart herausfinden.

Im Rahmen des „Green Silicon Project“ wollen verschiedene Energie- und Wirtschaftsverbände sowie der brasilianisch-paraguayische Energieversorger Itaipu eine komplette Photovoltaik-Wertschöpfungskette in Paraná aufbauen. Dabei soll das ZSW mit seiner Expertise in der energiewirtschaftlichen Systemanalyse helfen. Nun wurde dazu im Beisein des baden-württembergischen Wirtschaftsministers Nils Schmid (SPD) ein entsprechender Vertrag unterzeichnet.

Vom Silizium zum Solarmodul

Vom Abbau des Siliziums bis hin zur Produktion von Solarmodulen soll sich die gesamte Wertschöpfungskette der Solarproduktion in Paraná vereinen. Pro Jahr sollen rund 10.000 Tonnen Silizium als Rohstoff für Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 680 Megawatt (MW) dienen. Ob dieses Vorhaben lohnend und durchsetzbar ist, soll nun das Stuttgarter Forschungsinstitut ZSW wissenschaftlich untersuchen. Dabei soll zunächst der regionale sowie der Weltmarkt für Photovoltaik analysiert werden um anschließend die Effekte auf Beschäftigung und Wertschöpfung in der Region zu ermitteln. Die Untersuchung der Infrastruktur, lokaler Lieferketten und möglicher Auswirkungen auf die Umwelt sind ebenfalls Teil der Analyse

Fraunhofer mit an Bord

Unterstützt wird das ZSW dabei von den Fraunhofer Instituten für Solare Energiesysteme (ISE) und Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). In etwa einem halben Jahr soll die Machbarkeitsstudie fertiggestellt sein und den Projektpartnern überreicht werden.

"Die Studien, Analysen und Handlungsempfehlungen des ZSW stellen für die politischen Entscheidungsträger eine wichtige Unterstützung bei der Gestaltung der Energiewende in Deutschland dar. Es freut uns, wenn wir mit unserer Arbeit nun auch einen Beitrag zu einer ökologischeren Energieversorgung in Brasilien leisten können", sagt Andreas Püttner, Volkswirt im ZSW-Fachgebiet Systemanalyse.

CO2-freie PV-Produktion dank Wasserkraft

Paraná grenzt im Westen an Paraguay. Auf dieser Grenze befindet sich das von beiden Staaten betriebene Wasserkraftwerk Itaipu, mit einer Nennleistung von 14.000 Megawatt eines der größten Kraftwerke der Welt. Die geplante Photovoltaik-Fabrik soll auf dem Gelände des Kraftwerkbetreibers errichtet und mit dem Strom aus der Wasserkraftanlage versorgt werden. Somit lassen sich dort Solarmodule völlig CO2-frei produzieren.

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