24.05.2018, 12:20 Uhr

Siemens testet Redox-Flow-Batterie in Hybrid-Anlage

Zaragoza , Spanien - Für den Ausbau erneuerbarer Energien im Energiemix sind Hybridanlagen, die Windenergie, Solarstrom und andere Energiequellen bündeln von Bedeutung. Siemens Gamesa testet in einer Hybrid-Anlage in Spanien jetzt einen vielversprechenden Redox-Flow-Speicher.

Hybrid-Anlagen tragen im Rahmen der Energiewende dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien im Erzeugungsmix zu erhöhen. Siemens Gamesa ist einer der Pioniere in dieser Entwicklung mit langjähriger Erfahrung bei Hybrid und Off-Grid-Technologie. Nun hat Siemens einen weiteren Fortschritt erzielt und testet eine Batteriespeichertechnologie mit Zukunftspotenzial.

Skalierbarkeit von Redox-Flow-Batterien erhöht Systemflexibilität

An der Forschungs- und Entwicklungs-Anlage La Plana bei der spanischen Stadt Zaragoza ist jetzt ein Redox-Flow-Energiespeicher in Betrieb gegangen. Das System ist an die Hybridsteuerung der kombinierten Wind- und PV-Anlage angeschlossen und ergänzt die seit rund zwei Jahren im Einsatz befindlichen Lithium-Ionen-Batterien sowie einen Diesel-Generator. Die neue Redox-Flow-Batterie bietet eine Leistung von 120 kW bei einer Speicherkapazität von 400 kWh. Da Redox-Flow-Batterien sich leicht erweitern lassen, sind Leistung und Speicherkapazität allerdings skalierbar, so Siemens.

"Mit der Inbetriebnahme der Redox-Flow-Technologie auf unserem Testgelände in La Plana sind wir nun in allen relevanten Speichertechnologien aktiv, einschließlich Power-to-Heat- und Batteriespeichersystemen", sagt Antonio de la Torre, Chief Technology Officer von SGRE. "Aufgrund ihrer skalierbaren Energiekapazität ist der Vanadium-Redox-Batteriespeicher eine vielversprechende Option zur Unterstützung unserer fortschrittlichen Technologieangebote für Hybrid- und Off-Grid-Anlagen“, so de La Torre weiter.

Intelligente Steuerung sorgt für maximalen EE-Anteil

Siemens Gamesa arbeitet bereits seit Jahren an der Weiterentwicklung seiner Technologie im Bereich der Hybridisierung. Ergebnis dieser Entwicklung ist ein flexibler Hybrid-Controller, über den als digitale Steuerzentrale die Erzeugungsleistung aller Energiequellen zur Deckung der elektrischen Last koordiniert werden kann. Die Stromgestehungskosten werden so reduziert, unabhängig davon, ob das Hybridsystem mit dem Stromnetz verbunden ist oder als so genanntes Off-Grid-System arbeitet. Um hocheffizient den gerade herrschenden Energiebedarf zu decken, strebt die Steuerung nach Angaben von Siemens stets einen maximalen Anteil an erneuerbaren Energien an – auch in Zeiten mit wenig Wind und gleichzeitig bewölktem Himmel. Brennstoffkosten können so vermieden werden. Hinter der Verteilstrategie des digitalen Hybrid-Controllers stecken Algorithmen, die in Echtzeit eine Vielzahl an Parametern analysieren und berücksichtigen.

Quelle: IWR Online

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