04.10.2018, 15:31 Uhr

Bayern setzt auf den Ausbau der Geothermie

München – Der Ausbau der Geothermienutzung in Bayern gewinnt an Dynamik. Ein wichtiger Standortfaktor sind die günstigen geologischen Verhältnisse in Südbayern. Ab 2020 soll die größte Geothermieanlage in Mitteleuropa in München in Betrieb genommen werden.

Ziel der bayerischen Landesregierung ist es, die Geothermienutzung in den nächsten Jahren im Strom- und Wärmesektor weiter auszubauen. Vor diesem Hintergrund findet unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Energie und Technologie Franz Josef Pschierer in München Mitte Oktober das Praxisforum Geothermie.Bayern 2018 statt.

Bayern kommt beim Ausbau der Geothermie voran

Bereits heute produzieren sechs Geothermiekraftwerke in Bayern Strom, vier davon liefern gleichzeitig Wärme. Zudem sind 16 Anlagen in Bayern in Betrieb, die allein der regenerativen Fernwärmeversorgung dienen.

Aktuell sind vier weitere Geothermieanlagen in Bau: So soll am Standort Holzkirchen im Dezember mit der Wärmeversorgung begonnen werden. In Garching entsteht ein Geothermiekraftwerk, das eine elektrische Mindestleistung von 3,5 Megawatt (MW) aufweisen soll, optional wird die Wärmeauskopplung hier geprüft. In München Sendling sind die Explorationsergebnisse am aktuellen Projekt der Stadtwerke München (SWM) vielversprechend. Ab 2020 soll die mit 50 MW Wärmeleistung größte Geothermieanlage in Mitteleuropa in Betrieb gehen. Zudem wird für das Projekt Dorfen momentan die erste Bohrung abgeteuft. Weitere Projekte in Bayern sind in der Planung.

Praxisforum Geothermie.Bayern stellt Erkenntnisse aus Forschung und Praxis vor

Bayern bietet sich aufgrund seiner geologischen Verhältnisse für die Nutzung der Geothermie an. Mit 44 Bohrungen, die bereits in Betrieb sind und fördern bzw. reinjezieren, ist Bayern in Deutschland führend und spielt auch in Mitteleuropa eine zentrale Rolle in der Technologieentwicklung und der geothermischen Energienutzung. Ziel der bayerischen Landesregierung ist es, den Anteil der Geothermie an der Strom- und Wärmerzeugung weiter auszubauen. Mit Blick auf den Wärmesektor hat Bayern ein Programm zum verstärkten Ausbau von Tiefengeothermie-Wärmenetzen aufgelegt.

Unterstützung erhält der Geothermiesektor in Bayern auch in diesem Jahr durch das Praxisforum Geothermie.Bayern, das unter der Schirmherrschaft von Franz Josef Pschierer, dem Bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Energie und Technologie steht und zum sechsten Mal stattfindet. Vom 16 bis 18. Oktober werden in München die neuesten Erkenntnisse aus der geothermischen Forschung und Praxis präsentiert. Am 17. Oktober, dem Hauptkongresstag, bieten sechs Fachforen die Möglichkeit zu Diskussionen und Informationsaustausch. Am 18. Oktober werden im Rahmen der Geothour die aktuelle Bohrung der SWM in München-Sendling und die erweiterte Geothermieanlage in Unterföhring besichtigt

Quelle: IWR Online

© IWR, 2018