25.10.2018, 12:26 Uhr

Solarbranche steuert auf Ausbaustopp zu

Berlin - Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland droht schon bald zum Erliegen zu kommen. Grund ist der 2012 eingeführte Ausbaudeckel, der bald erreicht ist.

Die bisherige gesetzliche Regelung der Bundesregierung aus dem Jahr 2012 sieht vor, dass neue Photovoltaikanlagen nur bis zum Erreichen einer Gesamtkapazität von 52 Gigawatt eine Einspeisevergütung erhalten. Diese Marke wird schon bald erreicht sein, kritisiert der Bundesverband Solarwirtschaft.

Solarbranche fordert Streichung des Ausbauchdeckls in Deutschland

Nach einer Analyse es Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. droht als Folge des Ausbaudeckls ein drastischer Einbruch die Installationszahlen für Solarstromanlagen auf Gewerbe- und Industriedächern. Die Solarbranche fordert eine umgehende Streichung des Deckels. "Der Solardeckel stammt aus einer Zeit, in der Solarstrom noch teuer war. Mittlerweile zählt die Photovoltaik zu den günstigsten Energieerzeugungsformen überhaupt", erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW. "Es ist nicht vermittelbar, dass die Bundesregierung angesichts der Klimakrise und des angestrebten Kohleausstiegs bei der Solarenergie weiter auf der Bremse steht. Die Streichung des Förderdeckels wird in den nächsten Wochen zum Lackmustest ihrer Glaubwürdigkeit in Sachen Klimapolitik", so Körnig.

Sonderausschreibungen für Solar- und Windparks laufen ins Leere

Ohne eine Beseitigung des Solardeckels würden auch die gegenwärtig von der Bundesregierung geplanten Sonderausschreibungen für ebenerdig errichtete Solar- und Windparks ins Leere laufen, die vom Bundeskabinett in den nächsten Tagen beschlossen werden sollen. Körnig: "Die Sonderauktionen werden zum Taschenspielertrick, wenn der Solardeckel nicht zeitgleich fällt!" Die hier erwartbaren Zusatzmengen an Ökostrom werden den befürchteten Markteinbruch bei der Gebäude-Photovoltaik nicht annähernd auffangen können. Ihre Nichtanrechnung auf den Deckel wäre nur ein fauler Kompromiss und kein Zeitgewinn, da der Deckel bereits erreicht wird, bevor aus neu auktionierten Solarparks die erste Kilowattstunde Solarstrom fließt, kritisiert der Solarverband die Politik.

Quelle: IWR Online

© IWR, 2018