15.02.2019, 09:15 Uhr

Stromversorgung in Süddeutschland bis 2025 gesichert

Stuttgart - Das Umweltministerium in Baden-Württemberg hat die Versorgungssicherheit in Süddeutschland untersuchen lassen. Bis 2025 ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, für die Zeit danach müssen aber heute schon die Weichen gestellt werden.

Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft haben das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik (IFK) der Universität Stuttgart im vergangenen Jahr untersucht, in welchem Maße die Stromversorgung im süddeutschen Raum bis zum Jahr 2025 gewährleistet ist.

Bis 2025 ausreichende Erzeugungskapazitäten im süddeutschen Raum

Die Studie bewertet die Versorgungssicherheit auf der Grundlage des Bestands der konventionellen und erneuerbaren Kraftwerke sowie den aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen, teilte das Umweltministerium mit. Dabei werden auch die Stilllegungen von konventionellen Kraftwerken und der Ausbau der erneuerbaren Energien mitberücksichtigt. Die Gutachter haben dabei vier verschiedene Wetter- und Lastvarianten analysiert – jeweils für den Fall, dass die konventionellen Kraftwerke nach ihrer erwarteten Lebensdauer stillgelegt werden sowie für den Fall eines beschleunigten Kohleausstiegs. Die Vorschläge der Kohlekommission sind in der Studie noch nicht berücksichtigt, lassen sich aber durch die angenommenen Szenarien mit abdecken.

„DLR, IFK und IER gehen für alle betrachteten Szenarien und Varianten davon aus, dass im Jahr 2025 für die Deckung der Nachfrage ausreichende Erzeugungskapazitäten vorhanden sind“, kommentierte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller die Ergebnisse der Studie. „Süddeutschland wird jedoch in Zukunft zunehmend auf Stromimporte aus dem Norden oder den Nachbarländern angewiesen sein. Damit ist klar, dass wir dem Ausbau der Übertragungsnetze auch weiterhin größte Bedeutung beimessen müssen.“ Auch die verschiedenen Reserveinstrumente seien notwendig, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, so der Minister.

Trotz Kohleausstieg keine Kapazitätsengpässe

Die Studie zeige auch, dass mit einem verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien im Land Kapazitätslücken in der Stromversorgung entgegengewirkt werden kann, erläuterte Franz Untersteller weiter. Das Umweltministerium will die Erkenntnisse aus der Studie auch nutzen, um die Klimaziele in Baden-Württemberg weiterzuentwickeln. Die in der Studie angenommenen Entwicklungen seien zwar nicht identisch mit dem Vorschlag der Kohlekommission, lassen sich aber damit vergleichen. Die Kommission mache beispielsweise keine spezifischen Vorschläge zu einer möglichen Reihenfolge der Stilllegungen. „Wir dürfen trotzdem davon ausgehen, dass auch mit einem beschleunigten Kohleausstieg nach den Vorschlägen der Kommission in 2025 keine akuten Kapazitätsengpässe entstehen. Allerdings müssen wir die Rahmenbedingungen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit weiterhin aufmerksam beobachten. Schließlich ist die Versorgungssicherheit einer der Leitgedanken der baden-württembergischen Energiepolitik“, betonte Untersteller.

Quelle: IWR Online

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