03.04.2019, 16:32 Uhr

Windenergie und milde Witterung senken Börsenstrompreise im März

Münster - Im März 2019 sind die Börsenstrompreise in Deutschland und den Nachbarländern im Day-Ahead-Handel und am Terminmarkt deutlich zurückgegangen. Gründe sind die Stromerzeugung aus Windenergie und das Wetter in Europa.

In Deutschland, Frankreich, der Schweiz und in Österreich sind die Börsenstrompreise für Grund- und Spitzenlaststrom im März 2019 stark gefallen. Im Ländervergleich bleibt Grund- und Spitzenlaststrom in Deutschland allerdings weiter am günstigsten.

Preise für Grundlaststrom sinken teilweise um fast 30 Prozent

Ein stürmischer Windmonat März hat in Europa zu hohen Windstromerträgen geführt. Allein in Deutschland speisten die On- und Offshore-Windenergieanlagen 16,2 Milliarden Kilowattstunden (kWh) ins Stromnetz ein, soviel wie in bislang keinem Monat zuvor. In Kombination mit einer milden Witterung führt das in Deutschland und den Nachbarländern zu stark fallenden Börsenstrompreisen. In allen vier Ländern liegt der Preis im letzten Monat wieder deutlich unter der Marke von 4 Cent/kWh. Der mittlere Strompreis zur kurzfristigen Lieferung von Grundlaststrom (Day-Ahead-Handel) verbilligte sich in Deutschland im März 2019 im Vergleich zum Vormonat um 28 Prozent auf 3,06 Cent/kWh (Feb 2019: 4,28 Cent/kWh). Grundlaststrom im Day-Ahead-Handel ist damit in Deutschland so günstig wie seit Januar 2018 (2,95 Cent/kWh) nicht mehr. Preisabschläge in einer ähnlichen Größenordnung sind auch in den Nachbarländern zu beobachten: In Frankreich, wo Strom häufig zum Heizen genutzt wird, ist der der Preis für Grundlaststrom um 27 Prozent auf 3,39 Cent/kWh (Feb. 2019: 4,66 Cent/kWh), in der Schweiz um 27 Prozent auf 3,58 Cent/kWh (Feb. 2019: 4,88 Cent/kWh) und in Österreich um 28 Prozent auf 3,31 Euro kWh (Feb. 2019:4,60 Cent/kWh) gesunken. Grundlaststrom bleibt damit auch im März 2019 in Deutschland weiterhin am günstigsten.

Starker Preisrückgang auch bei Spitzenlaststrom

Hohe Windstromerträge und ein vergleichsweise warmer März sorgen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Österreich im Day-Adead-Handel für hohe Preisrückgänge und drücken im März auch die Preise für Spitzenlaststrom unter 4 Cent/kWh. So wurden an der Strombörse in Deutschland mit 3,31 Cent/kWh 29 Prozent weniger gezahlt als im Vormonat Februar (4,64 Cent/kWh). Auch in Frankreich geht der um 29 Prozent auf 3,54 Cent/kWh zurück (Feb. 2019: 5,0 Cent/kWh). Spitzenlaststrom an der Strombörse in der Schweiz ist mit 3,74 Cent/KW 28 Prozent günstiger (Feb. 2019: 5,17 Cent/kWh. In Österreich lässt der Preis für Spitzenlaststrom im März um 29 Prozent auf 3,58 Cent/kWh nach (Feb. 2019: 5,01 Cent/kWh). Insgesamt bleibt Spitzenlaststrom wie im Marktsegment Grundlast damit in Deutschland weiterhin am billigsten.

Preis für Strom am Terminmarkt stagniert

Wenig Bewegung zeigen dagegen die Strompreise am Terminmarkt. Mit 4,72 Cent/kWh stagniert der Strompreis für die Lieferung von Grundlaststrom im Folgejahr 2020 auf dem Niveau des Vormonats (Feb. 2019: 4,71 Cent/kWh). Spitzenlaststrom für die Lieferung in 2020 ist mit 5,84 Cent/kWh am Terminmarkt im März knapp 1 Prozent günstiger als im Februar (5,89 Cent/kWh).

Termin- und Spotmarkt an der Strombörse

Am Spotmarkt der Strombörse werden kurzfristige Stromkontingente gehandelt (selbiger Tag = Intraday, für den nächsten Tag = Day-Ahead). Am Terminmarkt werden dagegen längerfristige Stromeinkäufe getätigt. Stromhändler und Großabnehmer können dort Strom zur Lieferung in den nächsten Jahren einkaufen.

Quelle: IWR Online

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