09.08.2019, 12:24 Uhr

Nordex-Aktie schwächelt trotz neuer Aufträge

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex kann den ohnehin hohen Auftragsbestand durch neue internationale Aufträge weiter erhöhen. Am 14. August 2019 legt Nordex den Halbjahresbericht vor, Anleger erhoffen sich von den Zahlen mehr Klarheit über die weitere Zukunft.

Deutscher Markt belastet Nordex-Aktie – Anleger bleiben vorsichtig

Der deutlich steigende Auftragsbestand des Windkraftanlagen-Herstellers Nordex ist auf das internationale Wachstum des Windmarktes zurückzuführen. Allein im zweiten Quartal 2019 bestellten Kunden aus aller Welt neue Nordex-Windkraftanlagen mit rd. 2000 MW Windkraftleistung. Zuletzt hat die Alfanar Group den Hersteller im Juli 2019 mit der Lieferung und Errichtung von 22 Turbinen für zwei Windparks mit insgesamt 67,2 MW in Spanien beauftragt. Die Aufträge umfassen auch einen Full Service mit einer Laufzeit von jeweils 20 Jahren. Der deutsche Windmarkt hingegen ist im ersten Halbjahr 2019 auf Grund der politischen Rahmenbedingungen des Bundes und der Länder um 80 Prozent eingebrochen. Anleger sorgen sich, fürchten negative Überraschungen und haben die Nordex-Aktie nach einem Hoch bei knapp 16 Euro erst einmal auf Talfahrt geschickt.

Leerverkäufer in Nordex-Aktien auf dem Rückzug

Die Nordex-Aktie notiert aktuell um die Marke von 10 Euro. Hier könnte sich eine Bodenbildung abzeichnen. Die auf fallende Kurse setzenden Betreiber von Hedgefonds haben sich teilweise wieder zurückgezogen bzw. durch Kauf der Nordex-Aktien auf dem niedrigeren Niveau eingedeckt. Das nimmt etwas Druck aus der Aktie. So hat Citadel Europe LLP die Netto-Leerverkaufspositionen in Nordex-Aktien von 0,78 Prozent auf 0,51 Prozent (06.08.2019) und Marshall Wace LLP von 1,29 auf 1,19 Prozent (01.08.2019) gesenkt.

Windenergie-Aktien ausgebremst – Solaraktien im RENIXX-World Index stärker

Trotz der gewaltigen Auftragsbestände der im globalen Aktienindex RENIXX World (Renewable Energy Industrial Index gelisteten Windkraftanlagen-Hersteller Vestas, Siemens Gamesa oder Nordex hinkt der gesamte Sektor aktuell der Kursentwicklung von internationalen Solartiteln hinterher. Ein Grund sind beispielsweise die gemischten Quartals-Zahlen von Siemens Gamesa. Trotz gestiegener Umsätze gingen die Gewinne auf Grund des herrschenden Preisdrucks auf dem Windmarkt und wegen „Herausforderungen bei der Umsetzung einiger Onshore-Projekte“ zurück.

Quelle: IWR Online

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