13.12.2019, 11:40 Uhr

EU Investitionsbank und Deutsche Bank finanzieren 300 MW Solarkraftwerk in Spanien

Madrid – In Spanien entsteht eines der größten Solarprojekte in Europa. Die Projektträger sind Encavis AG mit Sitz in Hamburg und die britische Solarcentury.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat auf der 25. UN-Klimakonferenz (COP 25) in Madrid bekannt gegeben, dass sie 76,5 Millionen Euro für eines der größten Solarprojekte in Spanien bereitgestellt hat. Auch die Deutsche Bank ist an der Finanzierung des 228 Millionen Euro Solarprojekts beteiligt.

Solarcentury und Encavis schließen Finanzierungsvertrag für Talayuela Solar ab

Die spanische Gemeinde Talayula liegt zwischen Madrid und der portugiesischen Grenze in Zentralspanien und gehört zur autonomen Region Extremadura. Hier entsteht ein 300 MW-Photovoltaik-Kraftwerk mit angeschlossenem Speichersystem zur Steuerung der Stromproduktion in Echtzeit. Das Talayuela Solarprojekt wurde von der britischen Solarcentury entwickelt, die bereits seit 2007 auf dem spanischen Markt aktiv ist. Encavis hält 80 Prozent, Solarcentury 20 Prozent am Solarprojekt. Die Finanzierung für das riesige Solarkraftwerk steht nun.

EIB und Deutsche Bank stellen 165 Millionen Euro für Solarprojekt bereit

Die EIB und die Deutsche Bank haben für das 228 Millionen-Euro-Projekt eine Projektfinanzierung über insgesamt rund 165 Millionen Euro bereitgestellt. Ende November 2019 waren alle erforderlichen Mittel mobilisiert. Im September 2019 wurde für das Solarprojekt bereits ein 10-Jahres-Stromabnahmevertrag (PPA) abgeschlossen, der für rund 75 Prozent der Solarstromproduktion einen Abnahmepreis festlegt. Solarcentury hat deshalb im Auftrag von Encavis mit dem Bau des Kraftwerks begonnen, das in der zweiten Hälfte 2020 in Betrieb gehen soll. Für Dierk Paskert, CEO der Encavis AG ist das ein Meilenstein, denn „es ist der erste langfristige Abnahmevertrag für einen Solarpark ohne Unterstützung durch Einspeisevergütungen.“ Das werde in vielen Ländern den Markt für vergleichbare Verträge beleben, so Paskert.

EIB finanziert Klima-, Energie- und Umweltprojekte

Emma Navarro, EIB-Vizepräsidentin mit Aufsicht über Klimaschutz und Finanzierungen in Spanien freut sich über das Vorhaben: „Die EIB hat auf der COP 25 ihr Engagement im Kampf gegen die globale Klimakrise unter Beweis gestellt. Als Klimabank der EU wollen wir unsere Anstrengungen intensivieren und die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger erfüllen. Deshalb freut es uns, das enorme Potenzial Spaniens auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien zu nutzen und das Land bei der Erreichung seiner Klimaziele zu unterstützen.“ Mit der Nutzung der Solarenergie werde die Energieunabhängigkeit erhöht, die Energiekosten gesenkt und die Folgen der Erderwärmung reduziert, so Navarro. Das spanische Solarprojekt ist nach der Finanzierungszusage über 45 Millionen Euro für einen 96 MW Windpark in Nordportugal das zweite Finanzierungsprojekt, das die EIB bekannt gegeben hat.

Europäische Investitionsbank will zukünftig Klimabank sein

Die Europäische Investitionsbank wird sich zukünftig stärker auf Klima- und Umweltfinanzierung ausrichten. Am 14. November 2019 beschloss der Verwaltungsrat der EIB die neuen Klimaziele und die neue Finanzierungspolitik der Bank für den Energiesektor. Diese wird den Anteil ihrer Klima- und Umweltfinanzierungen bis 2025 schrittweise auf 50 Prozent erhöhen. Bis 2030 will die EIB-Gruppe mindestens eine Billion Euro für Investitionen mobilisieren, die zum Erreichen ihrer Klima- und Umweltziele beitragen. Entsprechend wird die EIB ab Ende 2021 keine Projekte mehr finanzieren, die auf fossilen Energieträgern basieren.

Quelle: IWR Online

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